Frankfurt/Main (dpa) - Die Börsen sind im Höhenrausch: Der Dax hat am Freitag erstmals seit Januar 2008 wieder die vielbeachtete Marke von 8000 Punkten geknackt. Am Nachmittag stand der deutsche Leitindex 0,76 Prozent höher bei genau 8000 Punkten.

Von seinem Rekordhoch von gut 8151 Punkten im Juli 2007 ist der Dax nur noch knapp zwei Prozent entfernt. Der MDax gewann 0,28 Prozent auf 13 401 Punkte. Dagegen fiel der TecDax um 0,55 Prozent auf 917 Punkte. «Die Rally im Dax wird sich fortsetzen, weil es weiterhin keine Alternative zu Aktien gibt», erklärte Ludwig Donnert, Portfoliomanager bei TAO Capital.

Seit Tagen sind die Anleger rund um den Globus in Kauflaune. Der US-Index Dow Jones Industrial schloss am Donnerstag den dritten Tag in Folge auf einem neuen Höchststand. Das stütze auch die deutschen Aktien, sagte ein Börsianer. Beflügelt wurde die Stimmung der Anleger auch von positiven Daten vom US-Arbeitsmarkt. Im Februar waren in den Vereinigten Staaten deutlich mehr Stellen geschaffen wurden als erwartet. Auch andere europäische und viele asiatische Börsen waren am Freitag im Plus. In Tokio erreichte der Nikkei-Index den höchsten Stand seit dem Lehman-Crash im September 2008.

«Zunächst kann man sich nur wundern, dass angesichts des Schwelbrands der Eurokrise der Dax über 8000 Punkte steigt. Aber offenbar wird keine Krise so groß, dass sie nicht durch billiges und viel Geld geheilt werden kann», erklärte Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank. Mit der üppigen Geldpolitik der Notenbanken werde die Konjunktur angeregt und damit gehe es auch dem Dax gut. Zudem gebe es keine vernünftigen Renditen mehr bei Staatsanleihen. «Damit hat der deutsche Aktienmarkt die Kraft der drei Herzen: Billiges Geld, Konjunkturstütze und Alternativlosigkeit. Es hat schon weniger Gründe für steigende Aktien gegeben», erklärte Halver.

Die Gefahr einer Blase sieht Halver nicht: «Das Gerede von der Aktienblase ist Gebabbel.» Eine Blase bei Aktien sei nicht auszumachen. Ab dem zweiten Quartal 2013 zeichne sich eine allmähliche weltwirtschaftliche Erholung ab, die die Aktien weiter stütze.

Unter den Einzelwerten waren die Titel von ElringKlinger mit einem Kursverlust von mehr als neun Prozent größter Verlierer im MDax. Der Autozulieferer hatte vorläufige Zahlen vorgelegt, bei denen laut Händlern vor allem das operative Ergebnis (Ebit) für 2012 und der Ausblick auf 2013 enttäuscht hatten. Spitzenreiter im Dax waren die Papiere von ThyssenKrupp mit plus fünfeinhalb Prozent. Aufsichtsratschef Gerhard Cromme hatte angekündigt, sein Amt zum 31. März niederzulegen und das Kontrollgremium ganz zu verlassen. Die Aktien von Infineon und Hochtief profitierten von positiven Analystenkommentaren.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,16 Prozent am Vortag auf 1,19 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,19 Prozent auf 134,38 Punkte. Der Bund-Future büßte 0,39 Prozent auf 142,33 Punkte ein. Der Kurs des Euro sank auf 1,29830 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,3090 (Donnerstag: 1,3010) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7639 (0,7686) Euro.