Frankfurt/Main (dpa) - Die Rekordjagd an den Börsen rund um den Globus versetzt auch die deutschen Anleger in Hochstimmung: Der Dax knackte am Freitag erstmals seit Januar 2008 wieder die vielbeachtete Marke von 8000 Punkten.

Im Laufe des Handels fiel der Leitindex allerdings wieder zurück und bewegte sich kaum noch. Gegen Mittag stand der Dax 0,61 Prozent höher bei 7988 Punkten. Der MDax gewann 0,32 Prozent auf 13 407 Punkte. Der TecDax sank jedoch um 0,42 Prozent auf 918 Punkte.

Die Wall Street hatte am Donnerstag ihre Rekordjagd fortgesetzt. Der Dow Jones Industrial schloss den dritten Tag in Folge auf einem neuen Höchststand. Das stütze auch die deutschen Aktien, sagte ein Börsianer. Auch sämtliche europäische und viele asiatische Börsen waren am Freitag im Plus. In Tokio erreichte der Nikkei-Index den höchsten Stand seit dem Lehman-Crash im September 2008.

Im Verlauf des Freitags warteten die Börsianer gespannt auf den US-Arbeitsmarktbericht, für den die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe vom Vortag bereits Optimismus geschürt hatten.

«Die Rally im Dax wird sich fortsetzen, weil es weiterhin keine Alternative zu Aktien gibt. Viele Investoren sind noch nicht voll investiert und nutzen jede Gelegenheit zum Einstieg», erklärte Ludwig Donnert, Portfoliomanager bei TAO Capital.

Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank ergänzte: «Zunächst kann man sich nur wundern, dass angesichts des Schwelbrands der Eurokrise der Dax über 8000 Punkte steigt. Aber offenbar wird keine Krise so groß, dass sie nicht durch billiges und viel Geld geheilt werden kann.» Mit der üppigen Geldpolitik der Notenbanken werde die Konjunktur angeregt und damit gehe es auch dem Dax gut. Zudem gebe es keine vernünftigen Renditen mehr bei Staatsanleihen. «Damit hat der deutsche Aktienmarkt die Kraft der drei Herzen: Billiges Geld, Konjunkturstütze und Alternativlosigkeit. Es hat schon weniger Gründe für steigende Aktien gegeben», erklärte Halver.

Unter den Einzelwerten waren die Titel von ElringKlinger mit einem Kursverlust von knapp neun Prozent größter Verlierer im MDax. Der Autozulieferer hatte vorläufige Zahlen vorgelegt, bei denen laut Händlern vor allem das operative Ergebnis für 2012 und der Ausblick auf 2013 enttäuscht hatten. Im Dax profitierten Infineon-Titel von einem positiven Analystenkommentar und verteuerten sich als bester Wert um vier Prozent. Schwächster Dax-Titel mit minus zwei Prozent waren Lanxess, die unter Kurszielsenkungen diverser Analystenhäuser litten. Hochtief-Papiere waren nach einer Analysten-Hochstufung Spitzenreiter im MDax.