Heerenveen (dpa) - Erst ballte sie die Faust, dann riss Jenny Wolf strahlend beide Arme in die Höhe: Auf diesen Sieg hatte die 34-Jährige seit mehr als einem Jahr gewartet.

Beim Weltcup-Finale der Eisschnellläufer bewies die Olympia-Zweite endlich wieder gewohnte Klasse und landete den 61. Weltcup-Erfolg ihrer Karriere. In 37,77 Sekunden flitzte die Berlinerin der Konkurrenz über 500 Meter davon und verfehlte ihren eigenen Bahnrekord nur um 0,17 Sekunden.

«Endlich konnte ich beweisen, dass ich es noch drauf habe. Das hat richtig Spaß gemacht: Das Eis war superschnell, die Stimmung in der Thialf-Halle prima. Das gibt mir riesige Motivation für die WM», meinte die Hauptstädterin nach ihrem Erfolg, mit dem schon kaum noch jemand rechnen konnte. «Mensch, alte Frau», gratulierte Mehrkampf-Bundestrainer Stephan Gneupel um so herzlicher. Für die WM in der Olympia-Halle von Sotschi vom 21. bis 24. März unterstrich Jenny Wolf damit nachdrücklich ihre Medaillen-Ambitionen. «Aber jetzt kommt erst noch das zweite Rennen am Sonntag, das soll möglich noch einmal so gut laufen», meinte sie.

«Heute hat alles gepasst: Der Start, die beiden Kurven. Vor allem die zweite Kurve war optimal, da hatte sie einen Meter Vorsprung auf die Südkoreanerin Lee, den sie dann auch nicht mehr hergegeben hat», sagte Team-Chef Helge Jasch erfreut. Mit Blick auf die WM war vor allem wichtig, dass Jenny Wolf der Olympiasiegerin Lee Sang-Hwa die erste Saison-Niederlage beibrachte. Die Südkoreanerin musste im direkten Duell die Klasse der Berlinerin anerkennen und belegte in 37,82 Sekunden Rang drei hinter der Chinesin Beixing Wang (37,81). Judith Hesse (Erfurt) kam in 38,37 auf Platz elf.

In der Gesamtwertung ist Lee der mit 15 000 Dollar dotierte Erfolg aber kaum noch zu nehmen. Sie führt vor dem Schlussrennen am Sonntag die Konkurrenz mit 905 Punkten vor Wolf (761) an.

Bei den Herren fand das Weltcup-Finale über 500 Meter ohne deutschen Eissprinter statt. Der Chemnitzer Nico Ihle fehlte wegen einer Adduktorenreizung, nachdem er am vergangenen Wochenende in Erfurt als Dritter über 1000 Meter seinen ersten Weltcup-Podestplatz erreicht hatte. «Eine reine Sicherheitsmaßnahme. Bei den Weltmeisterschaften wird er in Sotschi natürlich dabei sein. Die Flüge sind gebucht», sagte Jasch.

Der Sieg ging an Jan Smeekens, der von 8000 Zuschauern stürmisch gefeiert wurde. Der Niederländer war bereits zum sechsten Mal in Serie erfolgreich und sicherte sich in 34,84 Sekunden vorzeitig den Gesamt-Weltcup über 500 Meter.

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