München (dpa) - Auf dem Weg zum 23. Meistertitel will der FC Bayern im Liga-Alltag nicht locker lassen und sich keineswegs schon mit dem FC Arsenal beschäftigen.

«Natürlich ist das Spiel am Samstag auch wichtig für den nächsten Mittwoch, aber daran denken wir im Moment nicht. Wir wollen in der Liga weiter so marschieren und nicht nachlassen», kündigte Trainer Jupp Heynckes an. «Es ist wie bei einem Tennismatch - wenn du in Führung bist gegen einen Topgegner, darfst du nie nachlassen», verdeutlichte Heynckes.

Ganz im Sinne von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge («Es kommt gegen Düsseldorf darauf an, die Spannung hochzuhalten, konzentriert und motiviert das Spiel anzugehen») warnte der 67 Jahre alte Trainer vor dem im Hinspiel mit 5:0 abgefertigten Aufsteiger als ernsthaftem Gegner. «Die Spiele kannst du nicht mit links gewinnen, genauso wie in Hoffenheim ist es auch mit Düsseldorf», erklärte der Coach.

Aber die Statistik kann den Fortunen kaum Hoffnung machen: Die vergangenen drei Begegnungen verloren sie jeweils zu Null; der letzte Düsseldorfer Sieg gegen die Bayern liegt schon 22 Jahre zurück.

Ruhig ging es einen Tag vor dem Spiel am Samstag im Pressekonferenzraum an der Säbener Straße zu - das war vor fast 15 Jahren noch anders. Ein paar Meter weiter hatte seinerzeit Giovanni Trapattoni seine berühmte «Flasche leer»-Wutrede gehalten. Was Heynckes am Freitag als «Kult» bezeichnete. «Ein Highlight», befand der 67-Jährige, als er nach dem Jahrestag zum Auftritt des Italieners befragt wurde. «Ich fand das super!»

Das kann man dieser Tage auch von Heynckes' Mannschaft sagen, die auf dem bestem Wege ist, die Punktemarke von Borussia Dortmund aus dem Vorjahr (81) zu überbieten. Acht Zähler ist der FC Bayern aktuell besser als die Schwarz-Gelben beim Vorsaison-Rekord. Bestmarken würden ihn genauso wenig interessieren wie Rechnereien, wann das Team als deutscher Meister feststehen könnte, betonte jedoch Heynckes. «Das machen wir nicht.» Vermutlich ist es schon im April soweit.

Bei den zuletzt angeschlagenen Mario Gomez (Beckenkammprellung) und Arjen Robben (Wadenverhärtung) wollte Heynckes noch die letzten Eindrücke abwarten, dagegen ist Bastian Schweinsteiger einsatzbereit. Der Nationalspieler hatte am Mittwoch nur individuell trainiert, war aber am Donnerstag wie Robben ins Mannschaftstraining zurückgekehrt. Am kommenden Mittwoch gegen Arsenal wird Schweinsteiger wegen einer Gelb-Sperre aussetzen müssen. Luiz Gustavo darum schon gegen Düsseldorf als Vertreter zu bringen, «ist natürlich eine Überlegung wert», erklärte der Coach, «aber es wäre für Luiz auch kein Problem, wenn er Samstag nicht spielt.» So dürfte es auch kommen.