Caracas (dpa) - Venezuelas Regierung lässt den Leichnam von Staatspräsident Hugo Chávez einbalsamieren und künftig in einem gläsernen Sarg ausstellen.

Auf diese Weise werde das venezolanische Volk den Präsidenten im Museum der Revolution immer vor Augen haben, sagte Vize-Präsident Nicolás Maduro am Donnerstag (Ortszeit), der auf die Beispiele von Lenin oder Mao Tse-Tung verwies. Der Sarg des am Dienstag gestorbenen Staatschefs werde zudem noch mindestens sieben Tage länger aufgebahrt bleiben, damit die Menschen Abschied nehmen könnten. Bislang gaben bereits zehntausende Venezolaner Chávez die letzte Ehre.

Am Freitag beginnt nach aktuellen Angaben um 11.00 Uhr (17.30 dt. Zeit) die offizielle Trauerfeier. Es werden Staats- und Regierungschefs aus Lateinamerika, Asien, Afrika und Europa erwartet. Es gab unterschiedliche Angaben über die exakte Zahl der Staatsgäste. Zunächst hatte es geheißen, über 30 Staats- und Regierungschefs kämen nach Caracas. Maduro sprach später von über 50. Auch Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad wird zur Trauerfeier kommen.

Vor der Militärakademie Fuerte Tiuna in Caracas, wo Chávez derzeit noch aufgebahrt ist, hatten sich in den vergangenen beiden Tagen zehntausende Menschen eingefunden. Sie warteten in langen Schlangen Tag und Nacht stundenlang, um dem als «Vater der Nation» verehrten Staatschef die letzte Ehre zu erweisen.

Der Leichnam von Chávez wird nach der offiziellen Zeremonie am Freitag von der Militärakademie in das frühere Museum für Militärgeschichte übergeführt, das zum Museum der Bolivarischen Revolution umgestaltet werden soll. Dort sollen die Menschen in den nächsten Tagen ungehindert Zugang zum Sarg des Comandante haben.

Nach Angaben der Regierung wollen noch Millionen Menschen Chávez den letzten Gruß erbieten. In Venezuela gilt eine siebentägige Staatstrauer. Wie Außenminister Elías Jaua mitteilte, ordneten insgesamt 15 Länder offizielle Trauertage an, darunter China, Argentinien, Weißrussland, der Iran, Kuba und Nigeria.

Venezol. Nachrichtenagentur AVN