Potsdam (dpa) - Im Tarifstreit um die Gehälter von rund 800 000 Angestellten der Bundesländer ist ein Kompromiss in Sicht. «Es zeichnet sich ab, dass man zu einer Einigung kommen kann», hieß es am Freitagabend aus Verhandlungskreisen in Potsdam.

Die Beratungen gingen nun in die «entscheidende Phase». Es sei «höchst wahrscheinlich», dass es gelinge, noch in den nächsten Stunden zu einem Ergebnis zu kommen.

Dabei gehe es um ein Gesamtpaket, in dem auch die strittige Frage der Lehrer-Bezahlung aufgegriffen werden soll. Dies ist der heikelste Punkt der Verhandlungen: Es geht um den Einstieg in einen bundesweiten Tarifvertrag für die rund 200 000 angestellten Lehrer. Gewerkschaften und Arbeitgeber hatten bereits bei ihrer jüngsten Tarifrunde 2011 ergebnislos darüber gestritten. Bislang gibt es für angestellte Lehrer große Gehaltsunterschiede von Bundesland zu Bundesland.

Die Hauptforderung der Gewerkschaften ist ein Gehaltsplus von 6,5 Prozent für die Landesbeschäftigten. Der Verhandlungsführer der Länder, Sachsen-Anhalts Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD), hatte zuletzt bereits angedeutet, er könne sich ein Stufenmodell mit einer längeren Laufzeit von etwa zwei Jahren vorstellen. Gleichwohl sträuben sich mehrere Länder gegen einen zu hohen Gehaltsabschluss. Nach dem Willen der Gewerkschaften soll ein Ergebnis auch auf Beamte und Pensionäre übertragen werden. Das wären insgesamt rund zwei Millionen Menschen zusätzlich.

Um Druck auf die Arbeitgeber zu machen, hatten die Gewerkschafter in den vergangenen Wochen überall in Deutschland zu Warnstreiks aufgerufen. Daran hatten sich über drei Wochen verteilt insgesamt mehr als 150 000 Landesbeschäftigte beteiligt - ein Großteil davon waren Lehrer. Ohne Einigung in dieser entscheidenden dritten Tarifrunde würden unmittelbar Urabstimmungen und unbefristete Streiks drohen. Zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern - Tarifgemeinschaft deutscher Länder - gibt es kein Schlichtungsabkommen.

Verdi zur Tarifrunde der Länder

dbb-Beamtenbund zur Tarifrunde

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft zur Lehrer-Tarifproblematik

TdL zur Tarifrunde

Destatis zu Beschäftigtenzahlen und Kosten