Köln (dpa) - Im festgefahrenen Tarifstreit des privaten Sicherheitsgewerbes sind Fluggastkontrolleure zum siebten Mal in Nordrhein-Westfalen in den Ausstand getreten. Am Airport Köln/Bonn mussten Reisende am Freitag erneut Behinderungen bei Abflügen und Ankünften in Kauf nehmen.

150 Mitarbeiter traten dort seit der ersten Schicht um 4.00 Uhr in den Streik, wie Verdi-Sprecher Özay Tarim mitteilte. Er kündigte an, dass die Zahl im Laufe des Tages auf etwa 220 Streikende steigen werde. Das seien - bis auf wenige Kräfte mit befristeten Verträgen - nahezu alle Beschäftigten.

Als Konsequenz wurden wieder 70 Flüge gestrichen. Der Flughafen und die Airlines informierten auf ihren Internetseiten über Annullierungen. Betroffen waren etwa Verbindungen nach Berlin-Tegel und München. Allein Germanwings strich nach eigenen Angaben 26 abfliegende und ankommende Maschinen. Zwischen 4.00 Uhr und 7.00 Uhr seien 15 Abflüge geplant gewesen, lediglich vier hätten starten können, teilte der Flughafen mit. Für den gesamten Tag seien 49 Starts und 21 Landungen gestrichen worden. Für Freitag waren in Köln/Bonn ursprünglich 103 Abflüge und 104 Ankünfte geplant. Viele Passagiere zeigten sich nervenstark oder blieben von vornherein fern.

Seit Januar wurden der Düsseldorfer Flughafen dreimal und der Flughafen Köln/Bonn jetzt insgesamt viermal bestreikt. Die Streikbereitschaft sei ungebrochen, die Mitarbeiter «stinksauer», heißt es bei Verdi. Inzwischen drückt die Gewerkschaft ihre Lohnforderungen nicht mehr in Prozent, sondern in Eurobeträgen aus. «30 Prozent klingt für die meisten nach viel, aber in der untersten Lohngruppe sind das nur 2,50 Euro», erläuterte Özay Tarim. Für die Fluggastkontrolleure, die zur oberen Lohngruppe gehören, verlangt Verdi ein Plus von 3,64 Euro. Die Arbeitgeber bieten nach Gewerkschaftsangaben für die Beschäftigten der untersten Lohngruppe 40 Cent mehr an.