Rüsselsheim/Frankfurt (dpa) - Die IG Metall lässt die Opel-Mitarbeiter seit Donnerstag an mehreren deutschen Standorten über den Sanierungsplan des angeschlagenen Autobauers abstimmen.

Bis zum Ende der Spätschicht könnten die IG Metall-Mitglieder an den Opel-Standorten Kaiserslautern, Dudenhofen und Rüsselsheim ihr Votum zur grundsätzlichen Vereinbarung zwischen Gewerkschaft, Gesamtbetriebsrat und Adam Opel AG vom Februar abgeben, teilte der IG Metall-Bezirk Mitte am Donnerstag in Frankfurt auf Nachfrage mit. Die Ergebnisse sollen erst am Freitag vorliegen. Am Standort Eisenach sollen die Mitarbeiter demnach Anfang kommender Woche abstimmen.

Belegschaft und Betriebsrat in Bochum wollen an einer solchen Abstimmung nicht teilnehmen: Aus ihrer Sicht sind insbesondere Produktionszusagen von Opel zu vage. In einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur zeigte sich der Bochumer Betriebsratschef Rainer Enkel am Donnerstag verärgert über das Vorpreschen der Arbeitnehmervertretungen in den anderen Opel-Werken: «Das ist eine merkwürdige Situation und nicht hilfreich.» Einenkel sprach von einer «Steilvorlage für das Management».

Der Tarifvertrag über die Sanierung, nach dem die Belegschaft im Gegenzug für die Verlängerung des Kündigungsschutzes unter anderem Tariferhöhungen stunden wird, soll bis zum 31. März stehen. Opel will nach 2016 in Bochum keine Autos mehr bauen.