Wolfsburg (dpa) - Nach einem Rekordjahr 2012 informiert Europas größter Autobauer Volkswagen heute über die Aussichten für das laufende Jahr.

Zur Vorlage erster Zahlen hatte VW Ende Februar erklärt, Umsatz und Absatz 2013 steigern und das operative Ergebnis auf dem hohen Vorjahresniveau halten zu wollen. Es bahne sich aber ein heikles Jahr an, warnten die Wolfsburger in ihrer Prognose.

Besonders Europas Absatzkrise könnte Volkswagen zusetzen. In den Februar-Verkaufszahlen für die Kernmarke VW Pkw war ein Dämpfer ersichtlich - der Trend des Heimatkontinents fraß Zuwächse in Übersee auf, erstmals seit 13 Monaten stagnierte der Absatz. Bis 2018 will der VW-Mehrmarkenkonzern Toyota und GM von der Weltspitze verdrängen.

«Um auch 2013 weiterhin zu wachsen, ist es entscheidend, ob VW die Marktschwäche in Europa insbesondere durch Zuwächse in China ausgleichen kann», sagt Autoexperte Stefan Bratzel. Eine zentrale Baustelle neben den konjunkturabhängigen Marktbewegungen sei die VW-Marke Seat.

Auch Bratzels Kollege Ferdinand Dudenhöffer, Chef am CAR-Institut an der Uni Duisburg-Essen, sieht Seat als schwelendes Problem der Pkw-Sparte bei VW. Die Spanier seien für den VW-Konzern das, was der kriselnde Autobauer Opel für dessen US-Mutter GM sei. Eine mögliche weitere Schwäche sei zudem die Abhängigkeit von der Premiummarke und Konzern-Gewinnmaschine Audi mit zuletzt 11 Prozent Umsatzrendite.

Die Volumen-Kernmarke VW Pkw ist weitaus margenschwächer. Bartzel und Dudenhöffer meinen, dass das Zukunftsprojekt Baukastenstrategie, das immer mehr sogenannte Gleichteile in immer mehr verschiedene Modelle der VW-Konzernfamilie bringt, erst in den nächsten Jahren richtig fruchten wird und die Profitabilität entsprechend treibt.

Mit 192,7 Milliarden Euro Erlösen, 9,3 Millionen ausgelieferten Fahrzeugen und 11,5 Milliarden Euro Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) hatten die Wolfsburger 2012 zum besten Jahr ihrer Geschichte gemacht. Deutschlands größter Industriekonzern verbuchte mit 21,9 Milliarden Euro unterm Strich soviel Gewinn wie kein Dax-Unternehmen jemals zuvor. Ein Treiber dieses Allzeithochs waren buchhalterische Effekte für die Wertbemessung des Sportwagenbauers Porsche, den VW 2012 mit einem Kniff im Steuergesetz komplett eingemeindet hatte.

Videoübertragung