Berlin/Rom (dpa) - Auf den neuen Papst warten große Herausforderungen. Dabei muss er die Interessen der Gläubigen in alle Welt im Blick behalten. Einige Baustellen:

- Eine Reform der römischen Kurie und ihrer «Regierungsfähigkeit» nach dem «Vatileaks»-Skandal um gestohlene päpstliche Dokumente von 2012, bei dem es auch um Intrigen und Machtkämpfe im Vatikan ging. Es geht um Transparenz, Kommunikation und Teamgeist. Auch der Missbrauchsskandal wirkt nach. Ungeklärt ist zudem das Verhältnis Roms zu den abtrünnigen erzkonservativen Pius-Brüdern.

- «Europäische» Anliegen sind unter anderem Fortschritte in der Ökumene, Lockerungen bei der Sexualmoral, eine stärkere Rolle der Frauen in der Kirche und die Zölibatsfrage bei den Priestern.

- Mehr als 40 Prozent der 1,2 Milliarden Katholiken leben in Lateinamerika. Drogenhandel, Gewalt, Armut und Korruption sind Probleme, für die auch die Kirche Antworten anbieten muss. Zudem hat die Kirche mit der Konkurrenz der wachsenden Pfingstgemeinden zu kämpfen. Ein sehr wichtiger erster Auftritt von Papst Franziskus wird der Weltjugendtag im Juli in Rio de Janeiro sein.

- In Afrika steht der Kampf gegen Aids, gegen Hungersnöte und einen neuen wirtschaftlichen «Kolonialismus» auf der Tagesordnung. Ein weiteres Problem sind islamistischer Hass und Gewalt gegen Christen.

- Eine Herausforderung für die Kirche ist auch Asien. In der Boom-Region, wo die Mehrheit der Weltbevölkerung lebt, gibt es - bis auf die Philippinen - nur einen geringen Prozentsatz an Katholiken.