Wien/Vatikanstadt (dpa) - Der Argentinier Jorge Mario Bergoglio ist auch in seinen ersten Stunden als Papst Franziskus seinem einfachen Lebensstil treu geblieben: Statt mit der bereitgestellten Limousine fuhr er wie die anderen Kardinäle mit dem Bus in die Unterkunft.

«Das hat gerade die Mitarbeiter beeindruckt», erzählte der österreichische Kardinal Christoph Schönborn der österreichischen Nachrichtenagentur APA am Donnerstag in Rom. Auch auf den roten Schulterumhang mit Hermelin habe der neue Heilige Vater verzichtet.

Papst-Wahl bestimmt Online-Diskussion

Berlin/San Francisco (dpa) - Die Wahl von Jorge Mario Bergoglio zum Papst Franziskus war auch im Internet Gesprächsthema Nummer eins. Auf dem sozialen Netzwerk Facebook beherrschte das Thema die Diskussion: Die acht am häufigsten verwendeten Begriffe bezögen sich darauf, teilte das Netzwerk in der Nacht zu Donnerstag mit. Darunter waren die englischen Begriffe für «Papst», «katholisch» und «weißer Rauch», das Zeichen einer erfolgreichen Papstwahl. Der Kurznachrichten-Dienst Twitter zählte am selben Tag über sieben Millionen Tweets zu dem Thema, wie der Anbieter mitteilte.

Papst Franziskus ist Fußball-Fan

Buenos Aires (dpa) - Im Land von Maradona und Messi dreht sich nahezu alles um den Fußball. Der neue Papst Franziskus ist Vereinsmitglied Nr. 88235 des argentinischen Erstligisten San Lorenzo de Almagro. Das Team und die Fans des von einem Salesianer gegründeten Vereins werden «santos» (Heilige) genannt. Der bisherige Erzbischof von Buenos Aires, Jorge Mario Bergoglio, ist seit seiner Kindheit Fan von San Lorenzo. Sein Vater spielte Basketball im Verein, der in Boedo, nicht weit von dem Familienhaus im Stadtteil Flores, seinen Sitz hatte.

Namensforscher: Wir Deutschen sind immer noch ein bisschen Papst

Leipzig (dpa) - Der Leipziger Namensforscher Prof. Jürgen Udolph hat im bürgerlichen Nachnamen des neuen Papstes Franziskus germanische Ursprünge entdeckt. «Wir Deutschen sind immer noch ein bisschen Papst», sagte Udolph. Er spielte damit auf Franziskus' deutschen Vorgänger Joseph Ratzinger an. Der Nachname des Argentiniers Jorge Mario Bergoglio sei italienisch, sagte Udolph. Im italienischen Standardwerk zur Namensforschung würden zwei Varianten für die Herkunft des Nachnamens Bergoglio aufgeführt. «Die eine leitet den Namen vom germanischen Wort für "Berg" her, die andere aus dem alten Vornamen "Beriko", hinter dem letztendliche der Bär steckt», sagte Udolph. «Auf jeden Fall ist der Name aus dem Germanischen entlehnt», meinte Udolph, der in Leipzig seit seinem Ausscheiden aus dem Universitätsdienst ein privates Zentrum für Namensforschung betreibt.

Papstwahl: Kölner Domglocke dieses Mal später als Petersdom

Köln (dpa) - Diesmal hat der Kölner Dompropst Norbert Feldhoff es nicht ganz geschafft. Bei der Papstwahl vor acht Jahren läutete der «Dicke Pitter», die größte Glocke des Kölner Doms, früher als die Glocken im Petersdom. Am Mittwoch war Feldhoff eine Minute zu spät. Der 73-Jährige nimmt es dennoch sportlich: «Das Ganze ist ja nur eine Spielerei». Feldhoff sah den weißen Rauch im Fernsehen, noch bevor er einen Anruf aus Rom bekam. Daraufhin rief er in der Sakristei an, doch auch dort wusste der Küster schon Bescheid. Bei der Wahl vor acht Jahren hatte es zunächst einige Unklarheiten gegeben. «Damals habe ich sofort in Rom angerufen und mich versichert. Deshalb waren wir so schnell», sagt er.

Maduro: Chávez hat ein gutes Wort für argentinischen Papst eingelegt

Caracas (dpa) - Venezuelas Interims-Präsident Nicolás Maduro ist sich sicher, dass der vor über einer Woche gestorbene venezolanische Staatschef Hugo Chávez bei der Papst-Wahl seine Hände im Spiel hatte. «Wir wissen, dass unser Kommandant (Chávez) in diese Höhen aufgestiegen ist und Christus gegenübersteht. Er muss einen Einfluss auf die Wahl eines südamerikanischen Papstes gehabt haben», sagte Maduro am Mittwoch (Ortszeit) in Caracas nach der Vorstellung des Argentiniers Jorge Mario Bergoglio als neuer Papst Franziskus. Bergoglio ist der erste Pontifex aus Lateinamerika.