Berlin/Rom (dpa) - Der neue Papst hat sich den Namen Franziskus gegeben - in Erinnerung an den heiligen Franz von Assisi (1181/82-1226). In Dokumenten des Kirchenstaates steht die lateinische Fassung «Franciscus».

Die Gläubigen in aller Welt werden den Papstnamen aber wie bei Vorgängern in ihre Landessprachen übersetzen: Aus Franciscus wird Franziskus (deutsch), Francisco (spanisch), Francis (englisch) oder François (französisch).

Für alle Sprachen gilt: Der neue Heilige Vater verzichtet einer Jahrhunderte alten Tradition gemäß auf eine Ordnungszahl, er heißt also «Franziskus» und nicht «Franziskus I.». Die Zählung erfolgt erst, falls in der Zukunft ein weiterer Papst diesen Namen wählen sollte und dann als Franziskus II. den Stuhl Petri einnimmt. Auch Königshäuser richten sich nach dieser Namensregel. So heißt etwa die Königin der Niederlande Beatrix - ohne ergänzende Zahl. Elizabeth von England (1533-1603) wurde rund 300 Jahre lang nicht «die Erste» genannt, bis die jetzige Queen Elizabeth II. 1952 ihr Amt antrat.

In der Geschichte der Päpste gab es von Petrus über Linus, Fabianus, Marcus, Severinus und Romanus bis Albert rund zwei Dutzend Namen, die nur einmal vorkamen und darum auch ohne Ordnungszahl genannt werden. Eine Ausnahme von dieser Regel bildet Johannes Paul I. - Papst vom 26. August bis zum 28. September 1978. Wohl um eine Verwechslung mit seinen Vorgängern und Vorbildern Johannes XXIII. und Paul VI. gänzlich zu vermeiden, wählte er sich den Doppelnamen ausdrücklich mit Ordnungszahl: «Ioannes Paulus I.» hieß es demzufolge bereits bei der feierlichen Verkündung auf dem Petersplatz.

Vatikan, die römischen Päpste

Vatikan, lateinische Papstnamen