Leipzig (dpa) - Die Leipziger Buchmesse öffnet heute (Donnerstag/10.00) ihre Tore für die Besucher. Bis zum Sonntag präsentieren sich auf dem Frühjahrstreffen der Buchbranche 2069 Aussteller aus 43 Ländern. Sie zeigen mehr als 100 000 Titel, darunter 20 000 Neuerscheinungen.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels blickt optimistisch auf das Jahr. 2013 habe mit einem Umsatzplus von 1,7 Prozent «nahezu glänzend» begonnen, hatte Hauptgeschäftsführer Alexander Skipis erklärt. Eine bundesweite Kampagne «Vorsicht Buch!» soll die Lust aufs Lesen weiter anstacheln.

Am Mittwochabend wurde die Buchmesse mit einem Festakt im Leipziger Gewandhaus feierlich eröffnet. Der Vorsteher des Börsenvereins, Gottfried Honnefelder, warnte in seiner Eröffnungsrede vor einer «Monopolisierung der Buchkultur» durch einen großen Online-Händler. «Sicher hat mancher stationäre Buchhändler Nachholbedarf beim Thema Recherche, Kundenfreundlichkeit und Angebot», sagte er laut Redemanuskript. Aber wer sich sehenden Auges in die Hände von Monopolisten begebe, müsse damit rechnen, dass Unabhängigkeit, Individualität und Vielfalt litten.

Während des Festaktes wurde der Bielefelder Literaturwissenschafter Klaus-Michael Bogdal mit dem Preis zur Europäischen Verständigung geehrt. Er erhielt die mit 15 000 Euro dotierte Auszeichnung für sein Werk «Europa erfindet die Zigeuner. Eine Geschichte von Faszination und Verachtung», in dem er die seit Jahrhunderten andauernde Verfolgung und Ausgrenzung der Romavölker in Europa untersucht.

Auf der Messe werden am Donnerstag zahlreiche Autoren, Promis und Politiker erwartet, darunter die Schriftsteller Amos Oz und Erich Loest, die Schauspieler Heiner Lauterbach und Andrea Sawatzki sowie die «Supernanny» Katharina Saalfrank. Umrahmt wird die Messe von Europas größtem Lesefestival «Leipzig liest». Zur Messe und zu «Leipzig liest» werden rund 160 000 Besucher erwartet.