Frankfurt/Main (dpa) - Die Lufthansa nimmt nach einem gemischten Jahr 2012 Kurs auf nie dagewesene Gewinne. Bis zum Jahr 2015 soll das laufende Sparprogramm «Score» das operative Ergebnis von zuletzt 524 Millionen auf die Rekordmarke von 2,3 Milliarden Euro verbessern.

Das kündigte Lufthansa-Chef Christoph Franz am Donnerstag in Frankfurt an. Bereits 2013 und 2014 sollen Umsatz und operativer Gewinn «moderat» steigen. Zugleich machte Europas größte Fluggesellschaft den Weg frei zum Kauf von gut hundert neuen Fliegern, darunter zwei Airbus A380. Das Flugangebot wächst in diesem Jahr aber kaum.

Um den operativen Gewinn bis 2015 wie geplant zu steigern, muss die Lufthansa zusätzlich zu den bereits eingeleiteten Verbesserungen von 1,5 Milliarden Euro auch neu hinzukommende Belastungen wie steigende Spritkosten und Gebühren ausgleichen. Allein in diesem Jahr soll das Programm «Score» dazu einen Ergebnisbeitrag von 740 Millionen Euro liefern. Im vergangenen Jahr waren es 618 Millionen, rund doppelt so viel wie geplant. Dennoch ging der operative Gewinn zurück, vor allem weil die Treibstoffkosten um 1,1 Milliarden auf 7,4 Milliarden Euro kletterten.

2012 lebte die Lufthansa überwiegend von den Gewinnen aus dem Wartungs- und IT-Geschäft sowie der Bordverpflegung der LSG Sky Chefs, während die Fluggesellschaften geringe oder im Fall der größten Einheit Lufthansa Passage sogar negative Beiträge lieferten. Unter dem Strich wird die Lufthansa ihren knappen Milliardengewinn von 2012 im laufenden Jahr dennoch kaum halten können. Zuletzt hatte der Verkauf von Anteilen am Reisebuchungsabwickler Amadeus den Gewinn unter dem Strich auf 990 Millionen Euro nach oben getrieben. Der Buchgewinn aus dem Aktienverkauf belief sich alleine auf 623 Millionen Euro. Daher rechnet Franz in diesem Jahr mit weniger Überschuss als 2012.

Angesichts der geplanten Streichung von 3500 Arbeitsplätzen kürzt die Lufthansa auch bei den Aktionären. Die Anteilseigner sollen für 2012 auf eine Dividende verzichten. Eine Milliardensumme will die Lufthansa stattdessen in neue Flugzeuge stecken. Der Aufsichtsrat gab grünes Licht zum Kauf von zwei weiteren doppelstöckigen Airbus A380, sechs Langstrecken-Boeing 777 für die Tochter Swiss und 100 Mittelstreckenfliegern vom Typ A320.

Geschäftsbericht 2012