Berlin (dpa) - Der frühere Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) muss heute im Neonazi-Untersuchungsausschuss des Bundestages Rede und Antwort stehen. Der SPD-Politiker hatte von 1998 bis 2005 an der Spitze des Innenressorts gestanden.

Bei der Befragung wird es vor allem um Schilys Reaktion auf den Kölner Nagelbombenanschlag im Juni 2004 in Köln gehen. Damals war vor einem türkischen Friseursalon in der Keupstraße ein Sprengsatz explodiert, 22 Menschen wurden verletzt.

Für den Anschlag wird die rechtsextreme NSU-Terrorzelle verantwortlich gemacht. Schily hatte damals am Tag nach der Tat einen terroristischen Hintergrund ausgeschlossen. Dies hat er inzwischen als schweren Fehler bezeichnet.

In München wird heute (Freitag) der umgebaute Schwurgerichtssaal für den anstehenden NSU-Prozess vorgestellt. Das Verfahren gegen die mutmaßliche Terroristin Beate Zschäpe und vier Mitangeklagte beginnt am 17. April vor dem Oberlandesgericht München. Dem «Nationalsozialistischen Untergrund» (NSU) werden zehn rassistisch motivierte Morde an türkisch- und griechischstämmigen Kleinunternehmern und einer Polizistin zur Last gelegt.

Neonazi-Untersuchungsausschuss