Frankfurt/Main (dpa) - Die Sorge vor der weiteren Entwicklung in Zypern hat am deutschen Aktienmarkt am Dienstag für Vorsicht gesorgt.

Der Dax stand am Nachmittag mit minus 0,22 Prozent bei 7993 Punkten. Der MDax gewann dagegen 0,03 Prozent auf 13 519 Punkte, während der TecDax um 0,22 Prozent auf 922 Punkte abbröckelte.

Die Nervosität vor der schon mehrfach verschobenen Abstimmung im zyprischen Parlament über das Rettungspaket, das Zwangsabgaben auf Bankeinlagen vorsieht, lähmt Händlern zufolge den Markt. Chefökonom Holger Schmieding von der Berenberg Bank warnte vor einer möglichen Zahlungsunfähigkeit des Landes. «Wenn Zypern ablehnt, dürfte die Unterstützung Europas ausfallen.» Das würde erhebliche Unsicherheit in die Kapitalmärkte und Ansteckungsgefahren bringen. Er rechnet aber mit «Ja». Für Cheuvreux-Analyst Christopher Potts bietet das Geschehen in Zypern aber nur ein Alibi für den Aktienmarkt, eine Verschnaufpause einzulegen.

ThyssenKrupp-Aktien blieben mit minus 5,47 Prozent auf 17,365 Euro am Ende des Dax. Der Stahlkonzern zieht dem «Handelsblatt» zufolge eine Kapitalerhöhung in Erwägung. Es spreche viel dafür, dass die Maßnahme noch in diesem Geschäftsjahr komme und ein Volumen von mehr als einer Milliarde Euro habe, berichtete die Zeitung.

Ein Händler hält dies wegen der Stahlwerke in Amerika und möglicher Strafen im Schienenkartell für wahrscheinlich, was wegen der zu erwartenden, erheblichen Verwässerung für die Altaktionäre Druck auf den Titel bringe. Ohnehin stellten Rohstoffwerte in Europa am Dienstag den schwächsten Sektor, was zusätzlich belastete.

Commerzbank-Aktien erholten sich nach einem «Handelsblatt»-Bericht als bester Dax-Wert um 1,50 Prozent.

Demnach geht das Institut nach der jüngst angekündigten, erneuten Kapitalerhöhung nun in einem Punkt auf die Anteilseigner zu: Der Vorstand verzichte freiwillig auf ein Schlupfloch im Aktiengesetz, das ihm in den nächsten Jahren einen ungewöhnlich großen Spielraum für weitere Kapitalerhöhungen geboten hätte.

BMW-Titel gingen dagegen mit 0,28 Prozent ins Minus. Zunächst hatten optimistische Aussagen zur Geschäftsentwicklung das Papier gestützt. Der Münchener Autobauer will nach dem Rekordjahr 2012 nun wieder Bestwerte beim Verkauf erzielen, auch wenn sie womöglich nicht mehr Geld verdienen werden.

Eine positive Studie der Schweizer Bank UBS schob Metro-Papiere bis zum Nachmittag mit plus 5,40 Prozent an die MDax Spitze. Am Indexende standen dagegen die Anteile am Bezahlfernsehsender Sky mit minus 3,09 Prozent. Die am Vortag in den Index aufgestiegenen Norma-Titel verloren 2,78 Prozent. Im TecDax verbilligten sich die Papiere an Freenet um 1,26 Prozent. Drillisch trennt sich mit einem dicken Gewinn von der Hälfte seiner Anteile an dem Konkurrenten.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,09 (Montag: 1,11) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,07 Prozent auf 135,05 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,15 Prozent auf 144,22 Punkte. Der Euro gewann an Wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2944 (1,2929) Dollar fest. Der Dollar kostete 0,7726 (0,7735) Euro.