Frankfurt/Main (dpa) - Die Sorge vor der weiteren Entwicklung in Zypern hat den deutschen Aktienmarkt am Dienstag weiter belastet.

Dass das zyprische Parlament nun doch schon am Abend über das umstrittene Euro-Rettungspaket abstimmen wollte, ließ die wichtigsten Indizes über ihren Tagestiefs schließen. Der Dax schloss 0,79 Prozent schwächer bei 7947,79 Punkten, blieb damit aber etwas über seinem Tagestief bei 7919 Punkten. Für den MDax ging es um 0,56 Prozent auf 13 438,78 Punkte bergab und der TecDax verlor 0,80 Prozent auf 917,25 Punkte.

«Im Vorfeld der Abstimmung wächst die Nervosität an den Aktienmärkten», kommentierte Händler Gregor Kuhn vom Broker IG.

Die am Vortag unter Druck stehenden Finanztitel gaben weiter nach. Deutsche Bank büßten als zweitschwächster Dax-Wert über vier Prozent ein, während sich die Versicherertitel Allianz und Munich Re mit Verlusten von jeweils rund einem Prozent etwas besser hielten.

Die Commerzbank-Papiere erholten sich nur zwischenzeitlich und schlossen ein dreiviertel Prozent tiefer. Laut einem «Handelsblatt»-Bericht geht der Vorstand nach der jüngst angekündigten, erneuten Kapitalerhöhung auf die Anteilseigner zu und verzichtet freiwillig auf ein Schlupfloch im Aktiengesetz, das ihm in den nächsten Jahren einen ungewöhnlich großen Spielraum für weitere Kapitalerhöhungen geboten hätte.

Die ThyssenKrupp-Aktien büßten am Dax-Ende fast fünfeinhalb Prozent ein. Dem «Handelsblatt» zufolge zieht der Industrie- und Stahlkonzern eine Kapitalerhöhung in Erwägung. Es spreche viel dafür, dass die Maßnahme noch in diesem Geschäftsjahr komme und ein Volumen von mehr als einer Milliarde Euro habe, berichtet die Zeitung. Ein Händler hält dies wegen der Probleme beim Verkauf der verlustträchtigen Stahlwerke in Amerika und möglicher Strafen für ein Schienenkartell für wahrscheinlich. Das belaste wegen der zu erwartenden erheblichen Verwässerung für die Altaktionäre die Titel.

Auch die Autowerte gaben mehrheitlich deutlich nach: Daimler sackten um knapp zweieinhalb Prozent ab und BMW verloren über anderthalb Prozent – optimistische Aussagen zur Geschäftsentwicklung hatten das Papier der Münchener nur zeitweise gestützt. Die Vorzugsaktien von Volkswagen gaben nach negativen Aussagen im «Handelsblatt» zum Absatz in Brasilien fast ein halbes Prozent ab und hielten sich damit besser als der Leitindex.

Der EuroStoxx 50 schloss 1,24 Prozent tiefer bei 2671,96 Punkten. Für die nationalen Indizes in Paris und London ging es ebenfalls bergab. Der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial notierte zum europäischen Handelsende moderat im Minus.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,09 (Montag: 1,11) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,07 Prozent auf 135,05 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,45 Prozent auf 144,66 Punkte. Der Euro sank auf 1,2860 US-Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs noch auf 1,2944 (1,2929) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,7726 (0,7735) Euro gekostet.