Berlin (dpa) - Frühlingsanfang bedeutet nicht Winter-Ende: Vor allem in Ostdeutschland haben Schnee und Eis viele Unfälle ausgelöst.

In Thüringen starb nahe Sondershausen ein Lastwagenfahrer auf der Bundesstraße 4 - er war in einer Rechtskurve ins Rutschen gekommen und in eine Scheune gerast. Nahe Sieverstedt in Schleswig-Holstein kam bereits am Montagabend ein 35 Jahre alter Autofahrer beim Zusammenstoß mit einem Sattelzug ums Leben. An diesem Mittwoch (20. März) beginnt astronomisch der Frühling - um 12.02 Uhr steht die Sonne senkrecht über dem Äquator.

Allein in Brandenburg zählte die Polizei bis Dienstagmittag weit mehr als 100 Unfälle. Auch in Sachsen-Anhalt und Sachsen gab es Dutzende Karambolagen.

Das nordfriesische Husum hat wegen des hartnäckigen Winters und einer Schneedecke im Schlosspark sein traditionelles Krokusblütenfest vom kommenden Wochenende auf Anfang April verschoben.

Im Osten Brandenburgs verloren viele Autofahrer die Kontrolle über ihre Wagen und landeten im Graben oder rammten entgegenkommende Fahrzeuge, wie ein Sprecher der Polizei in Frankfurt (Oder) sagte. Mehrere Menschen wurden verletzt. Zwei Autoinsassen erlitten schwere Verletzungen, als ihr Wagen im morgendlichen Berufsverkehr auf der Umgehungsstraße in Müncheberg gegen einen Baum prallte.

In Sachsen-Anhalt blieb es überwiegend bei Blechschäden. Auf den Autobahnen stellten sich Lastwagen quer. Nach Angaben des Verkehrswarndienstes gab es unter anderem Behinderungen auf der A14 bei Löbejün und auf der A9 zwischen Dessau-Süd und Halle.

In Mecklenburg-Vorpommern führte starker Schneefall zu einigen Unfällen und mehreren Sperrungen. Starker Wind schränkte auf der Insel Rügen den Fährverkehr ein. Im Landkreis Rostock kam es auch zu Problemen im Schulbusverkehr. Auf der A24 bei Wittenburg rutschte außerdem ein Trinkwasser-Lastwagen von der schneeglatten Fahrbahn. Verletzt wurde niemand, die Autobahn war kurzzeitig gesperrt.

In Sachsen fiel innerhalb kurzer Zeit eine Menge Neuschnee: in Leipzig laut Deutschem Wetterdienst seit Montagabend zehn Zentimeter, in Chemnitz neun und in Görlitz acht. Den ganzen Tag sollte es kräftig weiterschneien. Auf der A14 bei Leipzig landete ein Lkw im Graben. Zu weiteren Unfällen mit Lastwagen kam es unter anderem auf der B95 bei Borna und auf der A4 zwischen Bautzen-Ost und Weißenberg.

Im benachbarten Tschechien registrierte die Polizei bei bis zu 40 Zentimeter Neuschnee mehr als 100 Unfälle in wenigen Stunden. Bei Olmütz (Olomouc) starb ein Autofahrer, nachdem er gegen einen Brückenpfeiler gefahren war. In der Nähe von Prag kollidierte ein Rettungswagen mit drei Autos.

Bis in die kommende Woche soll es laut Deutschem Wetterdienst kalt bleiben: «je östlicher, desto kälter». Die Schneefälle im Osten lassen zwar allmählich nach, aber mit der Nordostströmung gelange weiterhin Kaltluft ins Land. Vor allem die Nächte sind bitterkalt: Tiefstwerte zwischen minus vier und minus acht Grad, bei klarem Himmel sind die Minuswerte sogar zweistellig. Auch tagsüber kann es im Norden und Osten leichten Frost geben.