Bochum (dpa) - Die Belegschaft des Bochumer Opel-Werks hat mit Beratungen über den Sanierungsplan für den angeschlagenen Autobauer begonnen.

Die Beschäftigten müssen entscheiden, ob sie den von der IG Metall mit dem Opel-Management ausgehandelten Tarifvertrag annehmen.

Der Sanierungsplan sieht vor, dass die Autoproduktion in Bochum Ende 2016 eingestellt wird. Danach sollen in Bochum nur noch eine Teilefertigung und ein Ersatzteillager mit zusammen 1200 Arbeitsplätzen bleiben. Lehnt die Belegschaft diesen Plan ab, könnte das Bochumer Werk bereits Ende 2014 geschlossen werden.

Bei einer Betriebsversammlung auf dem Werksgelände wurden am Morgen zunächst die Beschäftigten der Nacht- und Frühschicht über die Einzelheiten des Tarifvertrags informiert. Nach der Versammlung wurde abgestimmt. Eine zweite Betriebsversammlung inclusive Abstimmung ist für den Nachmittag geplant. Ein Ergebnis wird nach Angaben der IG Metall für den frühen Abend erwartet.

Auf der rund zweieinhalbstündigen Betriebsversammlung am Morgen seien Vor- und Nachteile des Sanierungsplans intensiv diskutiert worden, sagten Teilnehmer. Ein eindeutiges Stimmungsbild, wie die Abstimmung ausgehen könne, sei nicht auszumachen gewesen.

Betriebsrat und IG Metall sind sich bei der Beurteilung der Vereinbarung nicht einig. Betriebsratschef Rainer Einenkel lehnt den Tarifvertrag ab. Ihm reichen die Zusagen für die Ersatzarbeitsplätze nicht. Außerdem drohten schon vor 2016 Entlassungen, warnt er. Die Gewerkschaft betont, mehr sei in den Verhandlungen nicht herauszuholen gewesen.

Bei einem Nein wird Bochum nach Angaben der Gewerkschaft aus dem Vertrag, der bereits an drei anderen Opel-Standorten gebilligt wurde, herausgenommen. Für diesen Fall hat Opel-Aufsichtsratschef Steve Girsky angekündigt, die Fertigung in Bochum zum 1. Januar 2015 komplett einzustellen.

Fragen und Antworten IG Metall

Flugblatt Betriebsrat