München (dpa) - Die BayernLB kommt nach dem Ende des harten EU-Beihilfeverfahrens auch wirtschaftlich voran.

Im vergangenen Jahr verdoppelte die zweitgrößte der verbliebenen deutschen Landesbanken ihren Vorsteuergewinn nahezu auf 676 Millionen Euro und peilt nach einem guten Start ins Jahr auch für 2013 zumindest schwarzen Zahlen an, wie Bank-Chef Gerd Häusler sagte. Er sieht die Bank nach dem Ende des EU-Beihilfeverfahrens im Sommer 2012 auf Kurs.

«Die neu aufgestellte BayernLB ist auf dem Weg, wieder eine ganz normale Bank zu werden», sagte Häusler. Das «fast ein wenig langweilige Geschäftsmodell» funktioniere. Dennoch verordnet der Manager der Bank ein ehrgeiziges Sparprogramm: Bis 2017 sollen die Verwaltungskosten noch einmal um 15 Prozent sinken.

Ohne weitere Jobstreichungen werde das nicht zu schaffen sein. «Wir werden nicht darum herum kommen, auch noch mal an den Mitarbeiterzahlen zu rütteln», sagte Häusler. Auf eine Größenordnung wollte sich Häusler dabei allerdings nicht festlegen. «Das wäre derzeit unseriös.»    

Die Bank, einst mit Steuermilliarden gerettet, muss sich auf Geheiß der EU-Kommission deutlich verkleinern und bis 2019 fünf Milliarden Euro Staatshilfe an Bayern zurückzahlen. Bisher überwies die Bank nach Angeben Häuslers 1,25 Milliarden.

Mit dem formellen Abschluss des EU-Verfahrens im Sommer vergangenen Jahres sei dabei ein Meilenstein erreicht worden. Nach dem Verkauf der Landesbausparkasse an die bayerischen Sparkassen steht nun die Abgabe der Wohnungstochter GBW mit 32 000 Wohnungen im Freistaat an.

Auf der mit Brüssel vereinbarten Erledigungsliste steht zudem die Suche nach einem Käufer für die Luxemburger Banktochter und die ungarische Tochter MKB. Die bleibt wohl auch in diesem Jahr ein teures Sorgenkind für die Münchner.

Nach einem - wenn auch geschrumpften - Verlust von 260 Millionen Euro 2012 wird die Bank weiter rote Zahlen schreiben. Die Käufersuche dürfte damit absehbar schwierig bleiben. Das Risiko sei aber inzwischen überschaubar. «Die BayernLB ist nunmehr so stabil, dass sie trotz erneuter Belastungen bei der MKB steigende Gewinne erwirtschaften kann», sagte Häusler.

2012 profitierte die Bank in ihrem Kerngeschäft vor allem von der guten Wirtschaftslage in Bayern. Darüber hinaus kam dem Geldhaus eine geringere Vorsorge für faule Kredite und die guten Geschäfte der Tochter DKB zu Gute. Auch der Verkauf der LBS, für die die Bank knapp 820 Millionen Euro von den bayerischen Sparkassen erhalten hatte, machte sich bemerkbar. Dank eines positiven Steuereffekts schwoll der Gewinn unter dem Strich sogar um das sechsfache auf 762 Millionen Euro an.

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