Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt hat seinen jüngsten Erholungsversuch am Donnerstag wieder gestoppt. Börsianern zufolge blicken die Anleger weiterhin mit Hoffen und Bangen auf Zypern und aktuell seien die Sorgen wieder gestiegen.

Der Leitindex Dax ging 0,87 Prozent tiefer bei 7932,51 Punkten aus dem Handel. Der MDax mittelgroßer Werte bröckelte um 0,38 Prozent auf 13 357,35 Punkte ab. Der TecDax verlor 0,64 Prozent auf 915,31 Punkte.

«Nach dem enttäuschenden Einkaufsmanagerindex aus Deutschland und den Unsicherheiten über den weiteren Fortgang in Zypern herrschte Tristesse an den Finanzmärkten», sagte Thomas Gitzel von der VP Bank. Angesichts eines Ultimatums der Europäischen Zentralbank (EZB) will Zypern aktuell mit einem «Plan B» die Rettung vor dem Staatsbankrott erzwingen. Zudem drückte die schlechte Wirtschaftsstimmung im Euroraum auf die Börsen. Der Einkaufsmanagerindex sank im März zum zweiten Mal in Folge. Enttäuschend fiel vor allem die Entwicklung in Deutschland aus.

Mit Enttäuschung aufgenommene Aussagen zum ersten Quartal drückten Lanxess-Aktien mit minus 5,95 Prozent auf 58,31 Euro ans Dax-Ende. Der Spezialchemiekonzern gehe von einem sehr schwachen Start ins laufende Jahr aus und habe mit den Aussagen zum ersten Quartal unter seinen Schätzungen gelegen, schrieb Analyst Peter Spengler von der DZ Bank. Die Jahresziele lägen indes im Rahmen seiner Erwartungen. Die Titel des Softwarekonzerns SAP verloren nach schlechten Zahlen vom US-Konkurrenten Oracle 2,10 Prozent.

Die Aktien des Elektrokonzerns Siemens zählten hingegen nach einem positiven Analystenkommentar mit plus 1,65 Prozent zu den Favoriten. Tagessieger waren aber die Versorger: Eon-Aktien verteuerten sich an der Dax Spitze um 4,22 Prozent auf 13,705 Euro, RWE gewannen 2,85 Prozent. Einem Händler zufolge habe es Forderungen nach einer Steuererleichterung gegeben, was die Titel stützte.

Am MDax-Ende büßten die Papiere von Gildemeister 7,31 Prozent ein. Sie litten unter der bevorstehenden Kapitalerhöhung des Werkzeugmaschinenbauers im Zuge einer stärkeren Verflechtung mit dem japanischen Branchenkollegen Mori Seiki. Für Talanx-Titel ging es dagegen um 0,74 Prozent bergauf, da der jüngst an die Börse gegangene Versicherungskonzern trotz eines Gewinnsprungs die Erwartungen enttäuschte. Brenntag-Aktien profitierten mit plus 3,43 Prozent von einem Rekordergebnis des Chemikalienhändlers. Überraschend gute Jahreszahlen und die angehobene Dividende katapultierten die Aktien des Getränkeabfüllanlagen-Herstellers Krones mit plus 5,96 Prozent auf 54,40 Euro an die MDax Spitze. Im TecDax verteuerten sich die Aktien von United Internet nach Zahlen um 1,70 Prozent, Kontron-Titel verloren dagegen 4,06 Prozent.

Der EuroStoxx 50 schloss 0,95 Prozent tiefer bei 2.683,92 Punkten. Die Börse in Paris büßte fast anderthalb Prozent ein, der FTSE 100 in London verlor 0,69 Prozent. Der New Yorker Dow Jones Industrial gab zum europäischen Handelsende ein Viertel Prozent ab.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,09 (Mittwoch: 1,08) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,04 Prozent auf 135,20 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,24 Prozent auf 144,47 Punkte. Der Euro wurde zuletzt bei 1,2905 US-Dollar gehandelt. Am Nachmittag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,2910 (1,2945) Dollar niedriger als am Vortag festgesetzt. Der Dollar hat damit 0,7746 (0,7725) Euro gekostet.