Kiew (dpa) - Die Ukraine könnte von einer möglichen Pleite des Euro-Krisenlandes Zypern stärker betroffen sein als erwartet.

Schätzungen ehemaliger Top-Banker zufolge haben Unternehmen und Privatleute aus der Ex-Sowjetrepublik zwischen 10 und 20 Milliarden Euro auf zyprischen Konten geparkt, wie Medien am Mittwoch in Kiew berichteten. Zunächst war von deutlich niedrigeren Beträgen die Rede gewesen. Experten vermuten, dass viele ukrainische Kontoinhaber wegen ihrer slawischen Namen für Russen gehalten wurden.

Ende 2012 stammten zudem knapp über zehn Milliarden Euro und damit etwa ein Drittel der ausländischen Direktinvestitionen im Land aus Zypern. Oligarchen und auch namhafte Politiker führen ihre Geschäfte oft über zyprische Firmen, da Unternehmen von der Mittelmeerinsel in der Ukraine keine Gewinnsteuern zahlen müssen.

Der ukrainische Ministerpräsident Nikolai Asarow rief Geschäftsleute angesichts der Zypernkrise dazu auf, ihr Geld heimischen Banken anzuvertrauen. Viele Ukrainer weichen aber schon jetzt auf Banken in der Schweiz, in Singapur, Österreich oder den Niederlanden aus, wie Medien berichten.

Ausländische Direktinvestitionen in der Ukraine - Stand: 31.12.2012, Ukrainisch