Berlin (dpa) - Star-Schaulaufen im Nieselregen: Zur Echo-Verleihung sind am Donnerstagabend in Berlin Künstler aus aller Welt zusammengetroffen.

Von der britischen Band Depeche Mode bis zu Jazz-Sänger Michael Bublé, Frankreichs Ex-First-Lady Carla Bruni und die Amerikanerin Lana del Rey - Deutschlands Musikbranche lockte mit großen Namen Fans und Promis unter den Funkturm. Die ARD strahlt die Gala mit Schlagerstar Helene Fischer als Moderatorin live aus. Sie sang zum Auftakt den Robbie-Williams-Hit «Let Me Entertain You».

Ob Eurovision-Star Lena, die eine Chance auf einen dritten Echo hat, Campino von den Toten Hosen - unter dem Blitzlichtgewitter riefen die Fans ihren Idolen zu. Über den roten Teppich liefen unter anderem die Schauspielerin Anna Loos mit ihrer Band Silly, Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD).

Vor den Messehallen hatten sich Anhänger der Südtiroler Band Frei.Wild versammelt, die gegen einen Ausschluss der Gruppe aus dem Echo-Wettbewerb protestierten. Auch die Bandmitglieder zeigten sich ihren Fans und verteilten 400 T-Shirts gegen Rechts. Die Gruppen Kraftklub und MIA. hatten gegen die Nominierung von Frei.Wild protestiert und ihr Nähe zu rechtem Gedankengut vorgeworfen. Frei.Wild hat die Vorwürfe immer wieder bestritten.

Zwei Ehrenpreise standen vor der Show bereits fest: Der Liedermacher Hannes Wader wird für sein Lebenswerk und sein Engagement für das deutschsprachige Liedgut geehrt. Er will zusammen mit den Toten Hosen seinen Klassiker «Heute hier, morgen dort» spielen. Der internationale Preis für ein Lebenswerk geht an die britische Rockband Led Zeppelin.

Die Toten Hosen gehen als Favoriten in die Gala mit sieben Nominierungen. Sie gewannen auch gleich in der ersten Kategorie - und wurden als beste Gruppe Rock/Pop national gekürt.

Der Stuttgarter Rapper Cro ist sechsmal nominiert. Dreimal dürfen Die Ärzte, die Flensburger Shanty-Rocker von Santiano und die Rock-Formation Unheilig hoffen.

Zur Show war auch die Chansonsängerin Carla Bruni aus Paris gekommen. Mit ihrem Song «Mon Raymond» wollte die Ex-First Lady eine heimliche Liebeserklärung an ihren Eheman, den früheren französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy anstimmen. Auf dem Programm standen auch der Geiger David Garrett und die Gruppe Cascada auf, die für Deutschland beim Eurovision Song Contest 2013 in Malmö antritt. 

Zu den Echo-Kandidaten gehören neben Peter Maffay auch Heino, der sich gerade vom Volksmusiker zum Rocker wandelt, sowie Veteranen wie Joe Cocker und Bruce Springsteen. Die frühere Monrose-Sängerin Mandy Capristo, «Voice of Germany»-Siegerin Ivy Quainoo und die Soul-Interpretin Y'akoto treten als nationale Künstlerinnen an. Internationale Anwärterinnen sind unter anderem Lana del Rey, Amy Macdonald, Katie Melua und Pink.