Berlin (SID) - Der deutsche Sprinter John Degenkolb hat vom einstigen Radsport-Idol Jan Ullrich klare Aussagen zu Dopingvorwürfen um den Tour-Sieger von 1997 gefordert. "Jan soll sich erklären. Es gibt genug Beispiele von Leuten, die das gemacht haben. Er war ein Grund, dass wir mit dem Radsport begonnen haben. Das ist er allen schuldig. Einen Schlussstrich sollte man ziehen, aber nicht, bevor alles aufgeklärt ist", sagte der WM-Vierte der Bild.

Ullrich war im Februar 2012 vom Internationalen Sportgerichtshof CAS schuldig gesprochen worden, gegen die Anti-Doping-Regeln verstoßen zu haben. Ullrich wurde wegen der Verwicklung in die Affäre um den mutmaßlichen Dopingarzt Eufemiano Fuentes zu einer zweijährigen Sperre rückwirkend vom 22. August 2011 verurteilt. Über seine Vergangenheit will der 39-Jährige in der Öffentlichkeit aber nicht reden.

Zeitfahrweltmeister Tony Martin versicherte derweil, dass die Strapazen der Tour de France auch ohne die Einnahme verbotener Substanzen zu bewältigen seien. "Das kann ich garantieren. Ob man sie sauber gewinnen kann, das weiß ich aber nicht", sagte Martin, der sich für härtere Sanktionen gegen Doping-Sünder aussprach: "Nach meiner Ansicht spricht nichts gegen eine strafrechtliche Verfolgung von Doping. Schon beim ersten Vergehen eine lebenslange Sperre, dazu zwei, drei Jahresgehälter Geldstrafe."