Frankfurt/Main (dpa) – Nach drei schwächeren Handelstagen hat der Dax am Dienstag erstmals wieder im Plus geschlossen. Allerdings blieb die Nervosität hoch.

Anleger und Analysten diskutierten kontrovers die jüngsten Aussagen des Eurogruppen-Chefs Jeroen Dijsselbloem, die am Aktienmarkt für Unruhe sorgen. Der deutsche Leitindex bewegte sich in einer engen Spanne von lediglich rund 50 Punkten und gewann letztlich 0,11 Prozent auf 7879,67 Punkte. Für den MDax ging es um 0,39 Prozent auf 13 391,50 Punkte hoch und der TecDax stieg um 0,88 Prozent auf 928,54 Punkte.

Die Andeutungen von Dijsselbloem, Steuerzahlergeld bei künftigen Banksanierungen schonen zu wollen, bergen der Berenberg Bank zufolge hohe Risiken. Sollte das Beispiel Zypern Schule machen, drohe eine erneute Kapitalflucht aus Krisenländern, warnte Ökonom Christian Schulz. Dijsselbloem betonte später in einer Mitteilung, dass Zypern ein besonderer Fall sei. Von durchwachsenen Konjunkturdaten aus den USA kamen keine klaren Impulse.

Im Dax gewannen die Lanxess-Titel 2,88 Prozent. Händlern zufolge wurden am Markt zum wiederholten Mal Spekulationen um ein mögliches Interesse des US-Konzerns DuPont an dem Spezialchemieunternehmen herumgereicht. Im MDax wurden einige Titel von Ausblicken und Zahlen angetrieben. Die Lufthansa-Aktien büßten hingegen 0,79 Prozent ein und gehörten damit zu den größten Verlierern im Leitindex. Als kurzfristige Belastung für die Stimmung sieht Commerzbank-Analyst Frank Skodzik die Unnachgiebigkeit der Fluggesellschaft in der laufenden Tarifauseinandersetzung.

Ein positiver Ausblick verhalf den Aktien des Roboter- und Anlagenbauers Kuka zu einem Kurssprung von 6,18 Prozent, was den Spitzenplatz im Index bedeutete. Die Papiere des Pharmahändlers Celesio stiegen um 4,02 Prozent, womit sie den fast zweiprozentigen Kursrutsch vom Vortag mehr als wettmachten. Börsianer sahen Zahlen und Ausblick des Pharmahändlers zumeist im Rahmen der Erwartungen. Dagegen büßten die Aktien von Schlusslicht Rheinmetall 4,42 Prozent ein. Die Autosparte dürfte operativ schwach bleiben und im Rüstungssegment gebe es strukturelle Probleme, schrieb Analyst Mark Braley von der Deutschen Bank.

Der EuroStoxx 50 schloss 0,14 Prozent höher bei 2693,35 Punkten. Auch die nationalen Indizes in London und Paris legten zu und der US-Leitindex Dow Jones Industrial stand zum europäischen Handelsende gut ein halbes Prozent im Plus.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,10 Prozent am Vortag auf 1,07 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,07 Prozent auf 135,25 Punkte und der Bund-Future verlor 0,01 Prozent auf 144,71 Punkte. Der Euro stand zuletzt bei 1,2852 US-Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank den Referenzkurs auf 1,2861 (Montag: 1,2935) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,7775 (0,7731) Euro gekostet.