Moskau/Berlin (dpa) - Starker Schneefall und eisige Temperaturen haben in Russland erneut mehrere Kälteopfer gefordert. Die Zahl der Toten liegt nun bei mindestens 311.

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew soll es bald tauen - und damit droht womöglich Hochwasser. Deutschland wartet unterdessen weiter auf frühlingshafte Wärme.

In der Teilrepublik Tschuwaschien in Zentralrussland erfror ein Mann, wie die Agentur Interfax am Dienstag unter Berufung auf Gesundheitskreise meldete. Etwa 30 Menschen wurden allein innerhalb eines Tages wegen Erfrierungen in Kliniken behandelt. Damit sind seit Winterbeginn landesweit mindestens 311 Menschen erfroren und mehr als 7200 ärztlich betreut worden. Die meisten Opfer sind Obdachlose.

Nach tagelangem Schneefall in Moskau gaben Experten neue Rekordwerte bekannt. Demnach fielen in der Millionenmetropole seit Anfang März etwa 80 Zentimeter Schnee und damit mehr als doppelt so viel wie sonst üblich. Zehntausende Arbeiter reinigten Straßen, Bürgersteige und Hausdächer von den Schneemassen.

Die Verkehrspolizei rief Autofahrer auf, die Schneepflüge nicht zu behindern. In den vergangenen zwei Tagen mussten 267 Fahrzeuge abgeschleppt werden, die Aufräumarbeiten behinderten.

Für das kommende Wochenende sagten Meteorologen neue Schneefälle voraus, die Temperaturen sollten zugleich über null Grad steigen. Die Behörden warnten vor Glatteis und herabstürzenden Eiszapfen.

 In der ukrainischen Hauptstadt Kiew kämpften weiter Tausende Arbeiter und Soldaten mit den Folgen der heftigsten Schneefälle seit mehr als 100 Jahren. Mehr als 33 000 Tonnen Schnee seien bereits aus der Millionenmetropole geschafft worden, teilte die Stadtverwaltung mit. Für das Wochenende kündigten Meteorologen Tauwetter an - die Behörden fürchten nun Hochwasser auf dem Fluss Dnjepr, der mitten durch die Stadt fließt.

Schneeverwehungen behinderten in Teilen Tschechiens den Verkehr.
Auf der Schneekoppe im Norden des Landes sank das Thermometer bis auf minus 16 Grad. Starker Wind deckte in Sternberk bei Olmütz (Olomouc) das Dach eines Supermarktes ab. Trümmer beschädigten ein Auto.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach werden die Oster-Feiertage hierzulande milder - aber nicht schön. Die Meteorologen sagen wechselhaftes Wetter mit zeitweiligen Niederschlägen voraus, die im Norden meist als Schnee oder Schneeregen fallen. Der freundlichste Tag soll Ostermontag sein.

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