Berlin (SID) - Trotz einer durchwachsenen Saison der deutschen Biathleten sieht Cheftrainer Uwe Müssiggang vor den Olympischen Spiele in Sotschi im kommenden Jahr keinen großen Bedarf an Veränderungen. "Wir haben ein gutes Konzept und waren damit viele Jahre sehr erfolgreich. Da muss man nicht alles umstoßen", sagte Müssiggang im Gespräch mit der Freien Presse: "Aber wir müssen zusehen, dass wir den Formaufbau in Richtung Olympia besser hinbekommen."

Nach dem Karriereende von Olympiasiegerin und Rekord-Weltmeisterin Magdalena Neuner hatten die deutschen Biathleten bei der diesjährigen WM in Nove Mesto lediglich zwei Medaillen gewonnen und waren erstmals seit 1986 ohne Titel geblieben.

"Wir haben nach dem Rücktritt von Magdalena Neuner im Moment keinen Überflieger, der Siege garantiert. Hinter Miriam Gössner und Andrea Henkel klaffte schon lange eine Lücke", sagte der 61-jährige Müssiggang. Erst durch die guten Leistungen am Saisonende von Junioren-Weltmeisterin Laura Dahlmeier Evi Sachenbacher-Stehle sei die Arbeit für die Trainer einfacher geworden.

Mit Blick auf die gestiegene internationale Konkurrenz forderte Müssiggang eine bessere finanzielle Unterstützung vonseiten der Politik - obwohl die Biathleten mit einem gut dotierten Fernsehvertrag ausgestattet sind.

"Wir haben im Skiverband in den letzten Jahren auch aufgrund der guten TV-Verträge immer zusätzliche Mittel in den Nachwuchssport gesteckt, wo eigentlich die Bundesländer in der Pflicht sind", sagte Müssiggang: "Wir können uns gerade im Bereich der Fördermaßnahmen etliche Dinge nicht mehr leisten." Die Politik, so Müssiggang, könne nicht nur fordern, aber dann die Unterstützung nicht verbessern und die finanzielle Mittel zurückfahren.