London (SID) - Marathon-Weltrekordhalterin Paula Radcliffe (England) muss wegen anhaltender Verletzungsprobleme ein unwürdiges Ende ihrer Karriere befürchten. "Meine Ziele haben sich in Luft aufgelöst, und ich bin an einem Punkt, an dem ich weiß, dass sie sich realistischerweise auch nicht mehr erreichen lassen", sagte die 39-Jährige in einem BBC-Interview: "Ich war in den vergangenen Monaten nicht einmal in der Lage, mit meinen kleinen Kindern zu laufen. Da denkt man schon einmal darüber nach, dass es das Wichtigste sein sollte, wieder ein normales Leben führen zu können, und erst dann macht man sich Sorgen, ob man noch einmal Rennen laufen kann."

Radcliffe hatte im Vorjahr aufgrund der langwierigen Fußverletzung kurz vor den Sommerspielen in London auf ihren Start im olympischen Marathon-Rennen verzichten müssen. Auch für die danach angestrebte Teilnahme an der Cross-WM am vergangenen Wochenende im polnischen Bydgoszcz wurde die Weltmeisterin von 2005, die seit dem London-Marathon von 2003 in 2:15:25 Minuten den Weltrekord auf der klassischen 42,195-km-Strecke hält, nicht fit.

Die Britin ließ in dem TV-Interview ihre Zerrissenheit erkennen: "Ich würde mir wünschen, vielleicht mindestens noch einmal 10.000-m-Rennen bestreiten zu können. Doch auch wenn es noch einen kleinen Hoffnungsschimmer dafür gibt, meine Laufbahn auf einer Strecke beenden zu können, wünsche ich mir auch, in 20 Jahren noch einen gesunden Fuß zu haben."

Radcliffes Karriere ist besonders bei olympischen Marathon-Rennen von Nackenschlägen geprägt. 2008 in Peking sprang für die Favoritin nur Platz 23 heraus, nachdem Radcliffe im Training eine Stressfraktur erlitten hatte. Vier Jahre zuvor in Athen stieg Radcliffe unter Tränen bei Halbzeit aus. 2000 in Sydney belegte die Engländerin im 10.000-m-Rennen nur den undankbaren vierten Platz.