Berlin (dpa) - Die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Christine Lüders, fordert eine Lösung für den Streit über die Journalisten-Akkreditierung beim NSU-Prozess.

«Natürlich hat das Gericht nach dem Gleichbehandlungsgrundsatz gehandelt und formal alles richtig gemacht», sagte Lüders am Mittwoch in Berlin. «Hier geht es aber nicht um Prinzipienreiterei, sondern darum, Berichterstattung in den Herkunftsländern der Opfer zu ermöglichen.»

Das Oberlandesgericht München steht wegen der Zulassung von Journalisten zu dem Prozess massiv in der Kritik. Kein einziges türkisches Medium soll einen der 50 festen Plätze für Journalisten im Gerichtssaal bekommen. Bei acht der zehn Morde, die dem «Nationalsozialistischen Untergrund» (NSU) zugeschrieben werden, waren die Opfer türkischer Abstammung.

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter beklagte eine geringe Sensibilität des Gerichtes und riet dazu, nicht starr bei dem ablehnenden Beschluss zu bleiben.

Liste der vom OLG zugelassenen Medien