Athen (SID) -

Griechenlands früherer Europameister-Trainer Otto Rehhagel hat bei einem Besuch in Athen für eine stärkere deutsch-griechische Verständigung geworben. Als Mitglied einer Delegation des deutschen Griechenland-Beauftragten Hans-Joachim Fuchtel (CDU) traf der frühere Fußball-Profi und Bundesliga-Coach in seiner einstigen Wahlheimat auch mit Tourismusministerin Olga Kefalogianni und Innenminister Euripidis Stylianidis zusammen. Dabei setzte sich Rehhagel, der die Hellenen 2004 in Portugal sensationell zum EM-Titel geführt hatte, besonders für eine engere Zusammenarbeit beider Länder auf kommunaler Ebene ein. Der 74-Jährige war der deutschen Delegation auf ausdrückliche Bitte von Bundeskanzlerin Angela Merkel beigetreten.

Bezüglich der deutsch-griechischen Beziehungen seien "durch die Finanzkrise Irritationen entstanden", sagte Rehhagel: "Wir alle müssen helfen, diese Probleme zu beseitigen." Griechen und Deutsche verbinde "eine Freundschaft, eine Kultur. Was auch immer geschieht, die Griechen bleiben unsere Freunde".

Weitere Programmpunkte der bis Donnerstag dauernden Reise, die laut Rehhagel nicht in erster Linie politischen Charakter habe, sind unter anderem noch der Besuch zweier Jugend-Fußballspiele sowie die Eröffnung einer Berufsschule mit dualem Ausbildungssystem nach deutschem Vorbild. Am Dienstagmorgen war "König Otto" gemeinsam mit Fuchtel in einer Talkshow aufgetreten. Auch mit dem Oberhaupt der griechisch-orthodoxen Kirche, Erzbischof Hieronymus, trafen die beiden bereits zusammen.

"Rehhakles" wird seit Griechenlands EM-Coup vor neun Jahren von den Griechen verehrt. Das Verhältnis zwischen Griechenland und Deutschland ist im Zuge der Euro-Krise zunehmend belastet worden. Erst vor wenigen Tagen hatten Anhänger der Neonazi-Partei Chryssi Avghi (Goldene Morgenröte) vor der deutschen Botschaft demonstriert.