Wolfsburg (dpa) - Mit einem Doppelschlag binnen fünf Minuten hat der 1. FC Nürnberg in einem bereits verloren geglaubten Spiel bei Ex-Trainer Dieter Hecking noch einen Punkt gerettet. Der «Club» holte beim VfL Wolfsburg ein 2:2 (0:2).

Timmy Simons (61. Minute) und Per Nilsson (66.) egalisierten die Wolfsburger Halbzeitführung durch Diego (2.) und Ivica Olic (27.). Beide Teams entfernten sich weiter von den Abstiegsplätzen der Fußball-Bundesliga.

Nürnberg liegt nach dem achten ungeschlagenen Spiel als Tabellenelfter mit 35 Punkten elf Zähler vor dem Relegationsplatz. «Wir sind in der zweiten Hälfte zusammengerückt», sagte Simons, der vor 25 524 Zuschauern mit einem Volleyschuss eins von gleich mehreren sehenswerten Toren erzielte. «Normalerweise treffe ich nur Elfmeter», kommentierte der Belgier grinsend.

Wolfsburg, das Hecking kurz vor Weihnachten von der Nürnberger Bank verpflichtet hatte, ist mit 32 Punkten Zwölfter. «Wir haben einen wieder einmal einen leichten Knacks nach den Gegentoren bekommen», sagte Patrick Helmes. Er hatte nach überstandenem Kreuzbandriss sein Saison-Debüt in der Wolfsburger Startelf gefeiert. Der Ex-Nationalspieler bildete mit Ivica Olic das Wolfsburger Sturmduo in einem 4-4-2-System statt wie zuletzt mit einem Stürmer und einer Doppel-Sechs. «Am Ende müssen wir über den Punkt froh sein, in der zweiten Halbzeit hat nur noch eine Mannschaft gespielt, das war sehr schlecht», erklärte Olic.

Von Beginn an nahm das Spiel Fahrt auf, die Gastgeber erwischten unter den Augen von Ex-Stürmer Edin Dzeko als Tribünengast einen Start nach Maß. Diego wurde in zentraler Position gefoult, den fälligen Freistoß aus gut 20 Metern verwandelte der Brasilianer mit kurzem Anlauf dann selbst - gerade einmal 120 Spielsekunden waren gespielt. Raphael Schäfer war in seinem 300. Pflichtspiel für den «Club» ohne Chance.

Nürnberg war keineswegs geschockt; die Schüsse von Timothy Chandler und Hiroshi Kioytake rollten nur ganz knapp am Pfosten vorbei. Auf der Gegenseite vergab auch Slobodan Medojevic bei seinem ersten Bundesligaspiel für Wolfsburg ebenfalls eine gute Chance.

Die Partie blieb unterhaltsam: Erneut Chandler prüfte Diego Benaglio im Wolfsburger Tor (17.). Eine weitere sehenswerte Einzelaktion brachte Wolfsburg das 2:0. Olic versenkte den Ball aus 20 Metern im linken Toreck. Der Kroate war damit an fünf der letzten 6 VfL-Treffer beteiligt. Nürnberg agierte bemüht, spielte aber zu viel durch die Mitte und hatte dabei durch Ungenauigkeiten Probleme. Wolfsburg nahm vor der Halbzeit etwas Tempo aus dem Spiel. Helmes hätte kurz vor dem Pausenpfiff für die Entscheidung sorgen können, traf aber nur den Pfosten.

Mit Wiederanpfiff gaben die Gastgeber das Spiel und den Vorsprung aus der Hand, ließen Nürnberg zu sehr agieren. Die Franken standen in der zweiten Hälfte näher am Mann, waren spritziger und wurden dafür nach einer guten Stunde belohnt: Simons erzielte per Direktabnahme aus 25 Metern das nächste sehenswerte Tor. Nur wenig später traf Nilsson nach Kiyotakes Freistoßflanke zum Ausgleich.

In der Schlussphase suchten beide Teams den Siegtreffer. Hecking ging mit der Hereinnahme von Bast Dost als dritten Mittelstürmer noch mehr Risiko. Die größte Chance aber hatte der eingewechselte Nürnberger Tomas Pekhart mit einem Lattentreffer (82.).