Kiel (SID) - Die Reformpläne für ein mögliches Meister-Finale im Handball spalten zunehmend die Bundesliga. Nach Bob Hanning von den Füchsen Berlin kritisierte nun auch der deutsche Rekordmeister THW Kiel die Überlegungen der Liga-Spitze. "Das ist ein Pseudo-Spiel, das keiner braucht. Der THW wird sich klar dagegen positionieren", sagte Kiels Manager Klaus Elwardt nach dem 30:27-Erfolg des Tabellenführers im Nordderby gegen den HSV Hamburg.

Die Pläne der Liga sehen ein mögliches Endspiel um die deutsche Meisterschaft vor, in dem sich ab der Saison 2014/15 der Erst- und Zweitplatzierte der Hauptrunde gegenüberstehen sollen. Austragungsort soll aufgrund verbesserter Vermarktungsmöglichkeiten ein Fußballstadion sein. "Wir müssen den Handball anders voranbringen, und zwar indem wir die Nationalmannschaft stärken", sagte Elwardt.

Weitaus aufgeschlossener gegenüber einer möglichen Neuausrichtung, über die bei einer Mitgliederversammlung der Bundesliga-Klubs im Sommer entschieden werden soll, zeigte man sich beim Ex-Meister Hamburg. "Man sollte das Thema nicht gleich ad acta legen. Es ist positiv, dass man sich darüber Gedanken macht, wie man das Produkt Handball weiter aufwerten und die Attraktivität der Sportart erhöhen kann", sagte HSV-Geschäftsführer Christoph Wendt dem SID.

In der vergangenen Woche hatte Frank Bohmann, Geschäftsführer der Handball-Bundesliga (HBL), bestätigt, dass man derzeit über ein derartiges Szenario nachdenke. Grund für die Überlegungen sind die verbesserten Vermarktungsmöglichkeiten. In einer Probeabstimmung unter den Vertretern der 18 Bundesligisten haben angeblich zwölf Mitglieder dem Plan zugestimmt, fünf enthielten sich, einer war dagegen.

"Ich gebe offen zu, ich bin kein großer Verfechter oder Freund dieser Idee. So ein Endspiel würde eine ganze Saison auf den Kopf stellen", hatte Füchse-Geschäftsführer Hanning der B.Z. gesagt: "Und in ein Fußballstadion zu gehen, ist eben nicht Handball."