Osnabrück (dpa) - Der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Fuchs plädiert in der Debatte über Steuerflüchtlinge für realistische Lösungen. Im Gespräch mit der «Neuen Osnabrücker Zeitung» nannte der Unions-Bundestagsabgeordnete rot-grüne Forderungen nach europäischen Maßnahmen gegen Steuerhinterzieher «Augenwischerei».

Ein solches Vorgehen sei letztlich nicht ausreichend. «Solange Großbritannien und die USA nicht mit im Boot sind, bewirken wir nichts», betonte Fuchs.

Bislang hätten die Regierungen in London und Washington aber wenig Interesse an einem gemeinsamen Vorgehen gezeigt. Schon 2007 beim G-8-Gipfel in Heiligendamm sei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Vorstößen zur internationalen Finanzmarktregulierung am Widerstand der USA und Großbritanniens gescheitert. Fakt sei,dass die größten Steueroasen außerhalb Europas lägen, betonte Fuchs.

Nach neuen Enthüllungen war der Ruf nach einem harten Durchgreifen gegen Steuerflüchtlinge lauter geworden. Die Deutsche Steuergewerkschaft forderte eine bessere Ausstattung der Finanzbehörden. Am Donnerstag hatten die «Süddeutsche Zeitung» und der NDR über einen Datensatz berichtet, der 130 000 Steuerflüchtlinge aus mehr als 170 Ländern auflisten soll. Die Daten zeigen, wie Briefkastenfirmen und sogenannte Trusts genutzt werden, um große Privatvermögen vor dem Fiskus zu verstecken.