Haniel hatte sich 2007 mit einem milliardenschweren Aktienzukauf zum größten Metro-Aktionär aufgeschwungen.

Der Kurs der Metro-Aktie ging jedoch nach unten. Deshalb wurden Wertberichtigungen erforderlich.

Duisburg (dpa) - Seine umfangreiche Beteiligung am Handelskonzern Metro hat dem Großaktionär Haniel 2012 einen Milliardenverlust eingebrockt.

Das mehr als 250 Jahre alte Familienunternehmen verzeichnete unter dem Strich einen historischen Verlust von 1,9 Milliarden Euro, teilte die Franz Haniel & Cie. GmbH am Montag mit.

Das Ergebnis wurde insbesondere durch eine Wertberichtigung auf die verbliebenen Metro-Aktien von 1,2 Milliarden Euro belastet. 2011 hatte das Familienunternehmen unter dem Strich noch 236 Millionen Euro Gewinn erzielt. Die Familienmitglieder des Haniel-Clans müssen nun erstmals in Friedenszeiten auf eine Dividende verzichten.

«Ein derart hoher, man kann auch sagen historischer Verlust markiert unweigerlich einen deutlichen Einschnitt», sagte der Vorstandsvorsitzende Stephan Gemkow. Tiefgreifende Aufräumarbeiten hätten das Haniel-Geschäftsjahr 2012 geprägt. Bei dem riesigen Minus handele es sich aber um einen einmaligen Verlust. Für 2013 stellte Gemkow der Haniel-Familie eine Dividende in Aussicht.

Operativ verbesserte sich das Ergebnis von Haniel 2012 von 400 auf 496 Millionen Euro. Der Umsatz blieb mit 26,3 Milliarden Euro stabil. Haniel ist auch Mehrheitseigner beim Pharmagroßhändler Celesio. Zum Familienunternehmen gehören außerdem der Rohstoffrecycler ELG, der Büroausstatter Takkt sowie der Waschraumhygiene-Spezialist CWSboco.

Im Jahr 2007 hatte Haniel seinen Metro-Anteil von damals 18 auf 34 Prozent aufgestockt und sich dafür mit rund drei Milliarden Euro verschuldet. Die Hoffnung, dass sich das Großinvestment durch den anschließenden Verkauf von Unternehmensteilen finanziell rechnen würde, erfüllte sich nicht. Außerdem sank der Metro-Aktienkurs.

Um den Schuldenabbau voranzutreiben, verkaufte Haniel im Februar dieses Jahres trotz schwachen Aktienkurs einen Teil seines Metro- Pakets und senkte so seinen Anteil auf 30 Prozent. Haniel verkaufte auch einen Teil der Celesio-Aktien. Seit 2007 wurde der Schuldenberg von 3,7 Milliarden Euro auf aktuell zwei Milliarden Euro verkleinert.