Seoul/Hannover (dpa) - Nordkorea hat am Montag die Einstellung des Betriebs im innerkoreanischen Industriepark in Kaesong an der Grenze zu Südkorea angekündigt.

Alle nordkoreanischen Arbeiter sollen aus dem Komplex zurückgezogen werden, sagte am Montag ein Sekretär der in Nordkorea herrschenden Arbeiterpartei. Es werde überprüft, ob der auf nordkoreanischem Gebiet liegende Komplex künftig weiter betrieben werden soll, wurde er von den Staatsmedien zitiert. In dem Industriepark arbeiten über 50 000 nordkoreanische Arbeiter für Unternehmen aus Südkorea.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Russlands Präsident Wladimir Putin forderten unterdessen Pjöngjang zur Einstellung seiner militärischen Provokationen auf. Sie sei sich mit Putin sehr einig, dass die internationale Staatengemeinschaft im Zusammenhang mit der Entwicklung um Nordkorea beruhigend einwirken müsse, sagte Merkel am Montag nach einem gemeinsamen Rundgang mit Putin über die Hannover Messe. Es müsse aber auch darauf hingewirkt werden, dass Nordkorea die «Provokationen» einstelle.

Kurz zuvor hatte Nordkoreas Verbündeter Peking den Druck auf Pjöngjang erhöht. Indirekt übte Staats- und Parteichef Xi Jinping scharfe Kritik an Nordkorea, ohne den störrischen Nachbarn aber beim Namen zu nennen. «Niemandem darf erlaubt werden, eine Region oder sogar die ganze Welt für selbstsüchtige Zwecke ins Chaos zu stürzen», sagte der Präsident in Äußerungen, die nach Einschätzung von Diplomaten vom Montag auf das Regime in Pjöngjang abzielten. Einen Ausweg aus der Krise sieht China vor allem in direkten Gesprächen zwischen den USA und Nordkorea, wie ein hoher chinesischer Außenpolitiker der dpa in Peking sagte. Alle blickten immer auf China, doch liege der Schlüssel bei den USA.