Augsburg (dpa) - Die Antikorruptionsorganisation Transparency International begrüßt, dass es im Fall des zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff voraussichtlich zu einem Strafprozess kommen wird.

«Es ist gut, dass der Sachverhalt jetzt durch das Gericht geklärt wird», sagte der Geschäftsführer der Organisation, Christian Humborg, der «Augsburger Allgemeinen» (Mittwoch). Sollte die Staatsanwaltschaft, wie erwartet Anklage erheben und diese vor Gericht zuglassen werden, würde ein Prozess mit einem so großen Medieninteresse das öffentliche Bewusstsein schärfen.

Trotz des scheinbar geringen Betrags von 754 Euro, der Wulff rund um einen Oktoberfestbesuch zum Vorwurf gemacht wird, hält der Korruptionsexperte das Strafverfahren für angemessen. Humborg verwies auf ähnliche Verfahren gegen Beamte. So sei in Berlin eine Beamtin strafrechtlich verurteilt worden, weil sie einen Parfümeriegutschein im Wert von 50 Euro angenommen habe.