Schönefeld (dpa) - Der neue Hauptstadtflughafen könnte auch stufenweise in Betrieb gehen.

«Es gibt immer sieben Wege, die nach Rom führen», sagte Flughafenchef Hartmut Mehdorn am Freitag in Schönefeld. «Wir denken über alles nach.»

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) als Aufsichtsratschef deutete an, sich gegen eine etwas längere Öffnung des Flughafens Tegel nicht zu sperren.

Einen Beschluss über eine Teilinbetriebnahme gebe es aber nicht, hob Mehdorn hervor. Oberstes Ziel sei es, den Flughafen zügig fertigzustellen. Dafür gibt es noch keinen Termin. Vor der geplatzten Eröffnung im Juni 2012 war geplant, in einer Nacht von Tegel und Schönefeld zum Neubau umzuziehen und die Altflughäfen zu schließen.

Mehdorn fordert seit seinem Amtsantritt, den Flughafen Tegel dauerhaft offen zu halten. «Eigentlich hat jede Hauptstadt dieser Welt mindestens zwei Airports», erneuerte er am Freitag seine Forderung.

Bislang ist festgelegt, dass Tegel spätestens sechs Monate nach der Eröffnung des Hauptstadtflughafens schließen muss. Gefragt nach einer Verlängerung über das halbe Jahr hinaus sagte Platzeck am Freitag: «Wir werden über ein, zwei, drei Monate miteinander reden müssen, können, vielleicht - das wird die Zeit zeigen.»

«Wenn wir eine Hilfestellung brauchen, um zu einem sinnvollen Eröffnungstermin und Eröffnungsprozedere zu kommen für Schönefeld, dann werden wir alles ausschöpfen, was möglich ist und geht», ergänzte Platzeck. Aus wirtschaftlichen und rechtlichen Gründen könne er es sich aber weiterhin nicht vorstellen, Tegel dauerhaft parallel zum neuen Flughafen weiter zu betreiben.

Sitzungen 2009-2011 auf Drucksache 5/5503