Istanbul/Kairo (dpa) - Der Mammutprozess gegen den früheren Langzeitpräsidenten Husni Mubarak geht in der ägyptischen Hauptstadt Kairo wieder von vorne los.

Der im Arabischen Frühling vor zwei Jahren gestürzte Machthaber muss sich zum zweiten Mal wegen des Todes von 846 Demonstranten bei den damaligen Massenprotesten vor Gericht verantworten. Am Samstagmorgen traf der 84-Jährige im Hubschrauber in der Polizeiakademie am Stadtrand ein, wo ihm der Prozess gemacht wird.

Im vergangenen Jahr war der Ex-Machthaber bereits wegen derselben Delikte zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Urteil wurde jedoch wegen Verfahrensmängeln wieder aufgehoben. Mubarak wird ferner Amtsmissbrauch und Korruption vorgeworfen.

Ebenfalls vor Gericht stehen der frühere Innenminister Habib al-Adli und sechs ehemalige leitende Beamte des Ministeriums. Sie sollen während der Massenproteste für die Schießbefehle verantwortlich gewesen sein. Die beiden Söhne Mubaraks sind wegen Korruption angeklagt.

Mubarak und Al-Adli setzen auf Freisprüche. Hoffnungen ihrer Gegner auf die Todesstrafe dürften sich indes nicht erfüllen. Denn nach geltendem ägyptischen Recht darf das neue Urteil die Höchststrafe im vorigen Prozess nicht überschreiten.