Hamburg (dpa) - Neuer Coup der Ausnahme-Mannschaft: Der THW Kiel ist zum neunten Mal DHB-Pokalsieger. In einem spannenden und leidenschaftlich geführten Finale besiegte der Handball-Rekordmeister in Hamburg den Nord-Rivalen SG Flensburg-Handewitt mit 33:30 (12:16).

Damit gewann der Champions-League-Sieger zum dritten Mal nacheinander das Endspiel beim Final Four gegen die Flensburger.

Vor 13 000 Zuschauern in der ausverkauften O2 World warf Gudjon Valur Sigurdsson (7) die meisten Tore für Bundesliga-Spitzenreiter Kiel. Bei Flensburg traf Thomas Mogensen (9) am besten. Der Flensburger Michael Knudsen sah in der 48. Minute nach drei Zeitstrafen die Rote Karte.

Am Vortag hatte sich der THW Kiel im Halbfinale mit 35:23 (16:14) gegen MT Melsungen durchgesetzt. Allerdings wurde die Freude über den klaren Sieg getrübt von der schweren Verletzung von Christian Zeitz. Der Rückraumspieler erlitt einen Bruch der rechten Mittelhand und fällt wahrscheinlich bis zum Saisonende aus.

Ungleich schwerer war der Weg ins Endspiel für die SG Flensburg-Handewitt. Erst nach Verlängerung setzte sich der Bundesliga-Dritte mit 26:25 (23:23, 14:13) gegen Gastgeber HSV Hamburg durch und machte zum dritten Mal das Endspiel Kiel gegen Flensburg perfekt. «Uns erwartet ein grandioses Spiel, das eines Finales würdig ist», prognostizierte Kiels Rückraum-Ass Filip Jicha.

In dem ewig jungen und immer wieder emotionalen Duell der beiden Nord-Rivalen schenkten sich beide Teams nichts. Begleitet von teils hitzigen Zweikämpfen der Spieler auf dem Parkett konnte sich lange Zeit keine Mannschaft einen Vorteil erspielen. Doch nach dem 9:10 (22.) zog Flensburg das Tempo an: Mit einem Zwischenspurt auf 15:10 (29.) begeisterte das Team um Stand-By-Nationalspieler Holger Glandorf seine Fans.

Wie bereits am Vortag war Mattias Andersson im Tor der Flensburger der große Rückhalt. Gemeinsam mit einer sehr aggressiven und beweglichen Abwehr entschärfte der Schwede die Torwürfe der Kieler, denen spielerisch dagegen erstaunlich wenig einfiel. Der ehemalige Welthandballer Filip Jicha und seine Nebenleute rieben zu oft in Einzelaktionen auf, um die massive Deckung der Flensburger in Verlegenheit zu bringen.

Nach der Pause aber kamen die Kieler wie verwandelt zurück aufs Parkett. Dank einer Steigerung in der Abwehr, eines stark verbesserten Thierry Omeyer im Tor und schneller Ballgewinne glich der Pokalverteidiger nach dem 12:16-Halbzeitrückstand beim 16:16 (34.) aus. Vor allem Jicha demonstrierte unbändigen Kampfwillen und sorgte mit seinem vierten Treffer für die 18:17-Führung (39.). Und der pfeilschnelle Linksaußen Gudjon Valur Sigurdsson vollendete zwei Konter zum 20:17 (42.). Danach hatte der Favorit die Partie im Griff und sicherte sich den neunten Pokalsieg seiner Vereinsgeschichte.