Berlin (dpa) - Eine große Mehrheit der Deutschen glaubt einer Umfrage zufolge nicht an einen Sieg der SPD bei der Bundestagswahl im September.

In einer Erhebung des Instituts Emnid für das Magazin «Focus» gingen nur 12 Prozent der Befragten davon aus, dass der SPD-Spitzenkandidat Peer Steinbrück Bundeskanzler wird. 79 Prozent der Befragten gaben dagegen an, sie glaubten nicht an einen Erfolg Steinbrücks. Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der SPD, der Bundestagsabgeordnete Klaus Barthel, sagte angesichts der schlechten Umfragewerte selbstkritisch: «Beinahe täglich werden uns die passenden Vorlagen geliefert, aber es gelingt uns nicht, sie zu nutzen.»

Der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, sieht seine Partei trotzdem besser aufgestellt als vor vier Jahren. «Unsere Chancen für einen Regierungswechsel sind deutlich besser als 2009», sagte er der «Rheinischen Post» (Samstag). «Die Wahl ist völlig offen. Die große Mehrheit hat doch noch gar nicht entschieden, wem sie ihre Stimme gibt.»