Peking (dpa) - Bei einem starken Erdbeben im Südwesten Chinas sind am Samstag mindestens 71 Menschen ums Leben gekommen. Nahezu stündlich werden weitere Tote gemeldet.

Hunderte sollen verletzt sein, wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Das Epizentrum lag in der Nähe der Stadt Ya'an in der Provinz Sichuan, einem Ort mit 1,5 Millionen Einwohnern.

Das Beben ereignete sich am Morgen um kurz nach 8.00 Uhr chinesischer Zeit. Chinas Erdbebenwarte bezifferte die Stärke mit 7,0. Anschließend soll es mehrere Nachbeben gegeben haben. Das US-amerikanische Geological Survey setzte die Stärke des Bebens bei 6,6 an.

Chinas Staatsfernsehen zeigte Bilder von zerstörten Häusern aus der Region. Rettungskräfte versuchen Opfer aus den Trümmern zu bergen. Ministerpräsident Li Keqiang kündigte laut Xinhua an, dass er umgehend nach Sichuan reisen werde. "Das wichtigste ist jetzt, die ersten 24 Stunden nach dem Beben zu nutzen. Es ist die entscheidende Zeit, um Leben zu retten."

Rettungskräfte aus dem ganzen Land wurden in die Region geschickt. Alleine 2000 Soldaten sollen bereits unterwegs sein. Das Ministerium für Zivilangelegenheiten hat Hilfsgüter organisiert und schickt unter anderem 30 000 Zelte und 50 000 Decken nach Sichuan.

Im Fernsehen wurde die Naturkatastrophe immer wieder mit dem schweren Erdbeben von 2008 verglichen. Das Epizentrum lag nicht weit entfernt, auch in der Provinz Sichuan. Mehr als 80 000 Menschen kamen damals ums Leben.

U.S. Geological Survey zum Beben, auf English

Chinesische Erdbebenwarte zum Beben, auf Chinesisch