Berlin (dpa) - Der Chefredakteur der europäischen Ausgabe der türkischen Zeitung "Hürriyet", Celal Özcan, hat kritisiert, dass die Medienplätze im NSU-Prozess nun verlost werden sollen.

"Die Platzverteilung nach dem Zufallsprinzip ist transparent, aber nicht unbedingt gerecht", sagte er am Samstag dem Radiosender WDR 5. Vier reservierte Plätze für türkische Medien seien zu wenig, wenn man bedenke, dass acht der zehn Mordopfer der Neonazi-Terrorzelle türkischstämmig gewesen seien.

Gleichzeitig forderte er ein Ende der Diskussion über das Platzgerangel. Dadurch rücke das NSU-Strafverfahren und die Aufklärung der Sache in den Hintergrund.