Rom (dpa) - Nach dem Scheitern von Romano Prodi bei der Wahl des italienischen Staatspräsidenten hat der linke Parteichef Pier Luigi Bersani seinen Rücktritt angekündigt. Er zog damit Konsequenzen aus der Tatsache, dass etwa 100 linke Parlamentarier Prodi beim vierten Wahlgang die Stimme verweigert hatten.

"Jeder Vierte unter uns hat Verrat geübt", erklärte der gescheiterte Parteichef am späten Samstagabend in Rom. Bersani hatte mit Prodi und zuvor Franco Marini zwei Kandidaten ins Rennen um die Nachfolge von Giorgio Napolitano geschickt, die beide die Mehrheit verfehlten.

Bersanis Rücktritt war erwartet worden. Es gebe Bestrebungen, die Demokratische Partei (PD) zu zerstören, sagte er. Abtreten will er nach einer erfolgreichen Präsidentenwahl. "Ich kann nicht hinnehmen, dass meine Partei dabei ist, eine Lösung zu verhindern, das ist zu viel", erklärte Bersani.

Der Linken steht es nach dem Sieg bei den Parlamentswahlen Ende Februar zu, einen Kandidaten für das höchste Amt vorzuschlagen. Bei der fünften Abstimmung an diesem Samstag will sie sich enthalten und unterdessen einen mehrheitsfähigen Kandidaten suchen. Damit ist auch bei dieser Runde kein Durchbruch zu erwarten.