Berlin (dpa) - Die Berliner Eisbären haben ihre siebte deutsche Eishockey-Meisterschaft perfekt gemacht und eindrucksvoll ihre nationale Vormachtstellung untermauert.

Der Titelverteidiger gewann am Sonntag in Berlin 4:1 (1:0, 2:1, 1:0) gegen die Kölner Haie, sicherte sich im vierten Spiel des Playoff-Finales den nötigen dritten Sieg und machte den Titel-Hattrick perfekt. Für Cheftrainer Don Jackson war es bereits der fünfte Titel in sechs Jahren mit den Berlinern.

Corey Locke brachte die Hauptstädter vor 14 200 Zuschauern in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof per Penalty (9.) in Führung. Rok Ticar glich zum 1:1 aus (26.), doch die Eisbären Top-Angreifer Jullian Talbot und T.J. Mulock sorgten im Mitteldrittel für das 3:1 (32./35.). Im Schlussabschnitt erhöhte erneut Talbot auf 4:1 (47.).

Eisbären-Profi Constantin Braun wurde nach der Schlusssirene als wertvollster Spieler ausgezeichnet und betonte, der Serienmeister habe trotz Schwächephasen immer an den Triumph geglaubt. "Na klar!", rief Braun, bevor Kapitän André Rankel den Meisterpokal in die Höhe stemmen durfte. "In so einer Halle Meister zu werden, davon träumt jeder Sportler", hatte Florian Busch schon nach dem ersten Drittel bei Servus TV erklärt. Busch war 2008 in den Finals gegen die Haie der entscheidende Treffer zum Titelgewinn gelungen.

Für den wiedererstarkten achtmaligen Meister aus Köln, der zuletzt 2002 Champion war, setzt sich damit auch unter dem ehemaligen Bundestrainer Uwe Krupp die lange Titelflaute fort. "Es ist Zeit, den Eisbären Berlin zu gratulieren", sagte Krupp direkt nach der Schlusssirene kurz und schüttelte allen Siegern auf dem Eis fair die Hände. Der langjährige NHL-Profi Marco Sturm räumte ein: "Die haben die Chancen besser genutzt als wir. Wir waren die ersten drei Spiele vielleicht besser, die waren cleverer."

In der dritten Minute scheiterte Berlins Topscorer Talbot noch frei am prächtig aufgelegten Haie-Schlussmann Danny Aus den Birken. Als Locke nach einem Kölner Abspielfehler allein auf Aus den Birken zulief, hinderte ihn Nathan Robinson unfair am Torabschluss (9.). Den fälligen Penalty verwandelte der Kanadier zum verdienten 1:0.

"Es war gut, in Führung zu gehen, um ihnen den Wind aus den Segeln zu nehmen", sagte Verteidiger Frank Hördler bei Servus TV an der Bande. Die Kölner versuchten zwar, zurückzuschlagen, leisteten sich aber zu viele Fehler und Strafzeiten. Pech hatte Alexander Weiß, als er nur den Pfosten des Berliner Tores traf (14.).

Im zweiten Drittel pressten die Haie früher und eroberten sich ein spielerisches Übergewicht. Das 1:1 durch Ticar war verdient. Nun meldeten sich auch die gut 700 Kölner Fans lautstark zu Wort. Die Glückseligkeit hatte jedoch nicht lange Bestand. Als eine Strafzeit der Haie gerade abgelaufen war, drosch Talbot den Puck aufs Tor. Sein abgefälschter Distanzschuss landete zur 2:1-Führung im Kölner Kasten. Angefeuert von ihren Fans griffen die Berliner weiter beherzt an, und Mulock markierte mit seinem siebten Playoff-Tor das 3:1. Die Kölner versuchten im letzten Drittel, noch einmal ins Spiel zu kommen, doch Talbot war mit seinem achten Playoff-Tor zum 4:1 zur Stelle und machte den ersten Heimsieg in der Serie perfekt.