Sakhir (SID) - Nur wenige Stunden vor dem Start des umstrittensten Rennens der Formel-1-Saison ist es in Bahrain erneut zu Ausschreitungen zwischen Oppositionellen und der Polizei gekommen. Maskierte Jugendliche demonstrierten am Vormittag außerhalb der Hauptstadt Manama gegen das autoritäre Regime in dem Golf-Staat und die Austragung des Grand Prix. Die Demonstranten blockierten Straßen, setzten Autoreifen in Brand setzten und skandierten "Blut-Rennen".

Schon in der Nacht zu Sonntag hatte die Polizei in mehreren schiitischen Dörfern Tränengas auf Demonstranten geschossen. Protestierer, die sich in der Nacht auf dem zentralen Perlenplatz versammeln wollten, wurden gewaltsam auseinandergetrieben, wie Augenzeugen berichteten. Daraufhin warfen sie Molotowcocktails auf die Polizei. Am Sonntag wurde das ohnehin schon massive Polizeiaufkommen rund um die Strecke noch einmal erhöht. Die Behörden teilten mit, dass das Rennen wie geplant gestartet werden sollte.

Seit zwei Jahren kämpfen Oppositionelle der mehrheitlich schiitischen Bevölkerung für mehr Rechte in Bahrain, das seit Jahrhunderten von der Herrscherfamilie Al-Khalifa regiert wird - einer sunnitischen Dynastie. 80 Menschen sind in dem autoritären Land seit dem Ausbruch des Arabischen Frühlings Anfang 2011 ums Leben gekommen. Seit 2004 fährt die Formel 1 in Bahrain. 2011 fiel das Rennen wegen der Unruhen aus. In diesem Jahr wurde der Grand Prix wie 2012 von teils heftigen Ausschreitungen begleitet.