Aleppo/Istanbul (dpa) - In der syrischen Provinz Aleppo sind zwei Bischöfe entführt worden. Das berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Sana in der Nacht zum Dienstag.

Es handelt sich um den syrisch-orthodoxen Bischof von Aleppo, Gregorios Yohanna Ibrahim und den griechisch-orthodoxen Bischof der Stadt, Bulos Jasidschi. Aus Oppositionskreisen hieß es, die Kirche habe die Entführung bestätigt und berichtet, der Fahrer der Geistlichen sei von den Entführern getötet worden. Es wird vermutet, dass sie von einer Brigade verschleppt wurden, der Ausländer angehören und die von Oppositionellen verdächtigt wird, heimlich mit dem Regime von Präsident Baschar al-Assad zusammenzuarbeiten.

Am Montag hatte die EU ihre Sanktionen gegen Syrien gelockert - allerdings nur zugunsten der Opposition gegen Präsident Baschar al-Assad. Die Außenminister der 27 EU-Staaten beschlossen in Luxemburg Ausnahmen vom Ölembargo. Damit soll die Lage der Zivilbevölkerung verbessert und die Koalition der Opposition gestärkt werden. Möglicherweise werden später auch Handels- und Finanzsanktionen mit Ausnahmeklauseln für die Opposition geöffnet.

Künftig ist - zunächst versuchsweise bis 1. Juni - mit Zustimmung dieser Koalition die Einfuhr von Rohöl aus Syrien wieder möglich. Auch Kreditfinanzierungen sind wieder erlaubt. Das Verbot der Lieferung von Hochtechnologie für den Öl- und Gassektor wurde aufgehoben, wenn diese Lieferungen von der syrischen Opposition gebilligt werden.

Über die von Frankreich und Großbritannien gewünschte Erlaubnis zur Lieferung von Waffen wurde noch nicht entschieden. Waffenlieferungen werden von den anderen EU-Ländern abgelehnt. Das Verbot von Waffenlieferungen an Syrien endet am 31. Mai, wenn es nicht zuvor einstimmig verlängert wird.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso kündigte in Brüssel mehr humanitäre Hilfe für die syrische Zivilbevölkerung an. "Die EU bereitet ein umfangreiches Hilfspaket zur Unterstützung vor allem der Flüchtlinge vor", sagte Barroso nach einem Treffen mit US-Außenminister John Kerry. Bisher sind UN-Angaben zufolge rund 1,3 Millionen Menschen aus Syrien geflohen. Die Zahl der Todesopfer wird auf etwa 70 000 geschätzt.