Mutmaßlicher Boston-Täter angeklagt

Washington (dpa) - Eine Woche nach dem Terroranschlag beim Boston Marathon ist gegen einen der mutmaßlichen Attentäter Anklage erhoben worden. Der 19-jährige Dschochar Zarnajew muss sich vor einem Zivilgericht wegen des Gebrauchs von Massenvernichtungswaffen verantworten. Eine Richterin verlas dem durch mehrere Schusswunden Verletzten die Anklageschrift am Krankenbett in einer Bostoner Klinik. Dem Angeklagten droht die Todesstrafe. Zarnajew solle für den Tod von drei Menschen und die Verletzungen von 200 weiteren zur Verantwortung gezogen werden.

Polizei: Anschlag auf Fernzug von Kanada nach New York vereitelt

Montreal (dpa) - Kanadische Sicherheitskräfte haben einen Terroranschlag islamischer Terroristen auf einen Personenzug nach New York vereitelt. Zwei Männer seien festgenommen worden, teilte ein Polizeisprecher in Toronto mit. Sie hätten "Anweisungen und Unterstützung" von mutmaßlichen Mitgliedern des Terrornetzwerks Al-Kaida aus dem Iran erhalten. Den Planungen zufolge sollte der Anschlag auf eine Brücke im Großraum Toronto verübt werden. Die Tat habe aber nicht unmittelbar bevorgestanden. Auch gebe es keinen Zusammenhang mit dem Anschlag beim Boston Marathon vor einer Woche.

Opposition kritisiert Recht von Steuersündern auf Selbstanzeige

Berlin (dpa) - Nach der Selbstanzeige von Bayern-Präsident Uli Hoeneß wegen Steuerbetrugs haben die Oppositionsparteien im Bundestag ihren Widerstand gegen die Amnestie-Regelung bekräftigt. Es gebe keinen ernsthaften Beleg dafür, dass die strafbefreiende Selbstanzeige Steuerhinterziehung verhindere, sagte SPD-Fraktionsvize Joachim Poß der "Leipziger Volkszeitung". Ähnlich äußerten sich auch Politiker der Grünen und der Linkspartei. Hoeneß' Selbstanzeige hatte auch in der Politik hohe Wellen geschlagen. Union und FDP sprachen sich dagegen für den Fortbestand der Steueramnestie aus.

Napolitano beginnt Konsultationen für Regierungsbildung

Rom (dpa) - Der wiedergewählte italienische Staatspräsident Giorgio Napolitano beginnt heute Konsultationen für eine Regierungsbildung. Erwartet wird, das der 87-Jährige mit allen großen Parteien zusammenkommt, um rasch ein Meinungsbild zu erstellen. Bei seiner Amtseinführung hatte Napolitano gesagt, Italien brauche eine große Koalition linker und rechter Kräfte, um dringende Reformen auf den Weg zu bringen. Im Gespräch als Regierungschef ist der frühere Ministerpräsident Giuliano Amato. Italien ist seit den Parlamentswahlen vor zwei Monaten ohne neue Regierung.

Nato-Außenminister beraten über Militärpräsenz in Afghanistan

Brüssel (dpa) - Die Außenminister der 28 Nato-Staaten treffen sich heute in Brüssel zu Beratungen über die künftige internationale Militärpräsenz in Afghanistan. Entscheidungen werden nicht erwartet. Die Afghanistan-Schutztruppe Isaf zieht ihre derzeit rund 100 000 Kampftruppen aus Afghanistan bis Ende 2014 ab. Bisher ist noch unklar, wie viele Ausbilder anschließend noch in Afghanistan bleiben werden.

Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien in Österreich gescheitert

Wien (dpa) - Das Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien in Österreich ist gescheitert. Die Initiative konnte in der vergangenen Woche nur knapp über 56 000 Stimmen sammeln. Für die öffentliche Behandlung im Parlament wären 100 000 Unterschriften nötig gewesen. Die Initiatoren des Volksbegehrens wollten die gesetzlich gewährten Kirchenprivilegien für alle Konfessionen bekämpfen und forderten eine schärfere Trennung zwischen Kirche und Staat.