Stuttgart (dpa) - Im Betrugsprozess gegen den geständigen Dopingsünder Stefan Schumacher hat der Radprofi zum ersten Mal den Namen eines angeblich beteiligten Arztes genannt.

Der 31-Jährige sagte vor dem Landgericht Stuttgart aus, bei der Deutschland-Tour 2006 in ein Hotelzimmer gekommen zu sein, als der Mediziner einem Fahrer Synacthen verabreicht habe. Schumacher machte die Aussage in Reaktion auf eine von ihm unterzeichnete Erklärung, die sein ehemaliger Teamchef Hans-Michael Holczer dem Gericht vorlegte.

Mit der Unterschrift hatte Schumacher zugesichert, dass er oder sein Manager Heinz Betz die Behauptung, in den Medizinboxen des Teams Gerolsteiner habe es bei den Titelkämpfen das Dopingmittel Synacthen gegeben, nicht wiederholten. Vor Gericht sagte Schumacher nun, er habe nur unterzeichnet, um weiter Rennen fahren zu dürfen. Holczer habe ihm mit einem Verbot gedroht. Die Aussagen über Synacthen bei Gerolsteiner stimmten. Als Beleg nannte Schumacher den Namen des Arztes.

Schumacher wird beschuldigt, Holczer um Gehalt von über 150 000 Euro betrogen zu haben, da er bei der Tour de France trotz Nachfrage Doping abgestritten hatte. Im Nachhinein war er überführt worden.