Berlin (dpa) - Im Bürgerkriegsland Syrien kämpfen nach Einschätzung von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) etwa drei Dutzend deutsche Dschihadisten an der Seite der Rebellen.

"Wir haben eine zunehmende Tendenz", sagte er am Freitag im ARD-"Morgenmagazin". "Und das macht uns natürlich Sorgen, wenn man das zusammennimmt mit allen anderen, die aus Europa bereits dorthin gereist sind." Am Donnerstag hatte die Bundesregierung erstmals bestätigt, dass extremistische Kämpfer aus Deutschland an der Revolte gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad beteiligt sind.

Der CSU-Politiker sieht darin eine Gefahr für die Sicherheit in Deutschland: "Wenn sie dort sind, werden sie ausgebildet - Sprengstoff, Autobomben, alles Mögliche", warnte der CSU-Politiker. "Und es ist natürlich zu befürchten, wenn sie zurückkommen und hier entsprechend aktiviert werden, dass sie versuchen werden, diese Kenntnisse auch hier einzusetzen." Der oberste Terrorismusexperte der Europäischen Union, Gilles de Kerchove, geht von rund 500 radikalen Kämpfern aus Europa in Syrien aus.

ARD-"Morgenmagazin"

Friedrich-Interview auf "Spiegel Online", 25.04.2013

EU-Anti-Terrorismus-Koordinator de Kerchove