Gelsenkirchen (dpa) - Klaas-Jan Huntelaar hat den FC Schalke 04 bei seinem Comeback nach sechswöchiger Verletzungspause mit drei Toren auf Champions-League-Kurs geschossen.

Beim 4:1 (2:1) gegen den Hamburger SV erzielte der Niederländer seine Saisontreffer acht, neun und zehn (21./58./66.). Vor 61 673 Zuschauern hatte Marcell Jansen die Gäste in Führung gebracht (5.). Der Brasilianer Michel Bastos (21.) markierte nach einer Vorlage von Huntelaar das 1:1. «Der Sieg war hochverdient auch in der Höhe«, lobte Schalkes Coach Jens Keller beim Pay-Sender Sky und schwärmte von seinem «Weltklassestürmer» Huntelaar: «Er war körperlich topfit. Das ist Klaas-Jan. Er hat uns wochenlang gefehlt und wir sind froh, dass er wieder da ist.»

Von einem «Big Point» im Rennen um die Königsklasse wollte er nichts wissen: «Wir haben einen kleinen Schritt gemacht, haben uns ein bisschen absetzen können, aber es sind noch drei Hammerspiele.» Der sichtlich angeschlagene HSV-Kapitän Rafael van der Vaart wies unterdessen Aussagen zurück, er hätte wegen Oberschenkelproblemen nicht spielen sollen. «Ich war fit», erklärte der Niederländer.

Die Schalker verteidigten in der Fußball-Bundesliga mit 49 Zählern damit den vierten Tabellenplatz und bauten ihren Vorsprung auf den Fünften Eintracht Frankfurt auf drei Punkte aus. Die Eintracht darf aber weiter auf die Teilnahme an der Europa League hoffen. Der Aufsteiger hatte zuvor beim FSV Mainz 05 im zehnten Rhein-Main-Derby 0:0 gespielt und ist damit in der Tabelle am SC Freiburg vorbeigezogen.

Die 34 000 Zuschauer in der ausverkauften Coface Arena sahen ein emotionales, aber spielerisch schwaches Spiel. Die beste Gelegenheit zum Sieg vergab der Mainzer Zdenek Pospech mit einem Kopfball in der 53. Minute.

Der Punkt lässt die Hessen drei Spieltage vor Saisonende in der Fußball-Bundesliga weiter von der ersten Europareise seit sieben Jahren träumen. «Für uns ist das Ergebnis okay, weil wir Mainz auf Distanz gehalten haben und im Kampf um einen internationalen Startplatz immer noch dabei sind. Das ist richtig schön», erklärte Eintracht-Trainer Armin Veh.

Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen war ebenfalls erleichtert, nachdem die Frankfurter in den vorhergehenden Derbys zweimal abgewatscht worden waren. «Von Schönheit kann man nicht sprechen, aber letztlich haben wir den Punkt verdient. Ich bin sehr zufrieden», lobte der Vorstandsvorsitzende.

Mainz-Trainer Thomas Tuchel war dagegen sichtlich bedient. Zum sechsten Mal nacheinander blieb seine Mannschaft ohne Sieg. «Wir haben es wieder nicht geschafft, zu gewinnen. Deshalb bin ich sehr unzufrieden. Auch heute waren mangelnde Effektivität und Durchschlagskraft im Strafraum der Grund», kritisierte er seine zumindest kämpferisch überzeugenden Profis. Die Mainzer verspielten damit wohl ihre letzte Chance, noch einmal in den Kampf um den Einzug in die Europa League einzugreifen.